Pressemitteilung 13.06.2013

Glyphosat-Studie ist Armutszeugnis für Bundesregierung

Zur Veröffentlichung einer europaweiten Studie des BUND beziehungsweise Friends of the Earth zur Belastung der Bevölkerung mit Rückständen des Pestizidwirkstoffes Glyphosat erklärt Harald Ebner, Sprecher für Agrogentechnik:

Die vorgelegten Zahlen zur Glyphosat-Belastung von Stadtbewohnern zeichnen ein erschreckendes Bild. Europaweit haben die Menschen bereits das weltweit häufigste Unkrautvernichtungsmittel im Körper und das angebliche Hochstandardland Deutschland steht an zweiter Stelle. Es ist ein Skandal, dass die Bundesregierung trotz zahlreicher Anlässe nicht längst eigene Studien zur Glyphosat-Belastung in Auftrag gegeben hat. Es ist nicht Aufgabe des BUND mit Spendenmittel den Job der Bundesregierung zu erledigen. Damit versagt die Bundesregierung eklatant bei der Risikovorsorge zum Schutz der Bevölkerung.

Die Gefährlichkeit von Glyphosat wird seit Jahren angemahnt und wiederholt wissenschaftlich belegt. Aber trotzdem tut die Bundesregierung nichts gegen den unsäglichen Zustand, dass Jahr für Jahr höhere Mengen dieses Giftes auf deutschen Äckern, in Gärten, auf öffentlichen Flächen ausgebracht werden. Sie will noch nicht einmal anerkennen, dass importierte Nahrungs-  und Futtermittel dringend auf Glyphosatrückstände untersucht werden müssen und jede Importzulassung für gentechnisch veränderte, glyphosatresistente Pflanzen wie neue Soja-und Maissorten die Belastung der Menschen in diesem Land weiter nach oben schraubt.

Unseren vor zwei Jahren eingebrachten Antrag auf Aussetzung der Zulassung von Glyphosat haben die Koalitionsfraktionen im Agrarausschuss in beispielloser Ignoranz und unkritischer Euphorie für den chemischen Pflanzenschutz abgelehnt. Heute Abend hat die Koalition, aber auch die SPD erneut Gelegenheit, dem grünen Antrag auf Aussetzung der Glyphosatzulassung zuzustimmen und damit die richtigen Konsequenzen aus den erschreckenden Erkenntnissen zu ziehen. Sie würde damit endlich einmal wirklich Verantwortung im Sinne der Menschen übernehmen, statt wie bisher die Interessen der Agrochemieindustrie zu schützen.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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