Pressemitteilung 06.04.2014

Afghanistan: Demonstration für Selbstbestimmung

Zu den Präsidentschaftswahlen in Afghanistan erklärt Omid Nouripour, Sprecher für Außenpolitik:

Die Wahl in Afghanistan war eine landesweite Demonstration für Selbstbestimmung. Weder Anschlagsdrohungen noch die Anzeichen auf Manipulation hielten die Menschen ab, zur Wahl zu gehen. Die Wahlbeteiligung war historisch hoch, es haben so viele Frauen gewählt wie nie zuvor.

Der erste demokratische Machtwechsel der Geschichte Afghanistans bringt große Chancen mit sich. Nach dem Abgang Hamid Karsais steht Afghanistan vor einer tief greifenden Zäsur. Der nächste Präsident des Landes muss die nationale Versöhnung in Angriff nehmen und den Kampf gegen Korruption aufnehmen.

Bei diesen immensen Herausforderungen muss Deutschland den Afghanen weiter zur Seite stehen. Der Freiheitserfahrung, die vor allem junge Menschen gemacht haben, sind wir verpflichtet. Gerade der Respekt vor den Afghanen, die ihr Leben riskiert haben, um ihre Stimme abzugeben, braucht von uns die Botschaft, dass wir sie auch nach dem Abzug der Bundeswehr nicht im Stich lassen werden.

Die bisherige Zusammenarbeit müssen wir nutzen, um zivile Strukturen und vor allem den Bereich Bildung weiter zu stärken. Die Bundesregierung muss einen konkreten Fahrplan vorlegen, wie sie die künftige Zusammenarbeit mit Afghanistan gestalten will.

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