Pressemitteilung 29.04.2014

Label-App darf kein Feigenblatt sein

Zur Vorstellung der Label-App durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft erklärt Nicole Maisch, Sprecherin für Verbraucherpolitik:

Eine Label-App kann eine sinnvolle Hilfestellung für Verbraucherinnen und Verbraucher sein, um sich im Label-Dickicht zurecht zu finden. Die ausufernde Anzahl von Siegeln und irreführenden Bezeichnungen wird dadurch aber nicht gestoppt. Außerdem müssen für Kleidung und Textilien die guten bestehenden Siegel und Initiativen für soziale und ökologische Mindeststandards wie beispielsweise GOTS und Fair Wear Foundation gestärkt werden. Dagegen scheint das von Entwicklungsminister Müller überraschend angekündigte Label für nachhaltige Textilien bisher kaum mehr als ein PR-Gag zu sein.

Auch sonst fühlen sich Verbraucherinnen und Verbraucher beim Einkauf vielfach nicht ausreichend informiert und werden durch Produktverpackungen in die Irre geführt. Die Abbildung von freilaufenden Hühnern oder Kühen auf Produkten, in denen Käfigeier stecken, bzw. Milch von Kühen, die ihr Leben lang keine Weide sehen, ist gezielte Verbrauchertäuschung.

Deshalb reicht die App nicht, um das wohlfeile Versprechen von Minister Schmidt nach mehr Wahrheit und Klarheit beim Verbraucherschutz auch umzusetzen. Wir fordern von Herrn Schmidt, zügig für mehr Verbraucherschutz zu sorgen und die Zunahme von Mogelpackungen und bewusste Irreführungen zu untersagen.

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