Pressemitteilung 08.04.2014

Systemische Probleme in der Berufsbildung endlich beheben

Zur Verabschiedung des Berufsbildungsberichts 2014 im Bundeskabinett erklärt Beate Walter-Rosenheimer, Sprecherin für Jugendpolitik und Ausbildung:

Die Bundesregierung muss endlich beginnen, ihre eigenen Berichte ernst zu nehmen, um die entsprechenden Konsequenzen daraus zu ziehen. Die Ausbildungszahlen für das Jahr 2013 sind beschämend.Trotz guter Konjunktur und trotz dem Ruf der Wirtschaft nach mehr Fachkräften sinkt die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungs-Neuverträge mit 530.700 auf einen Rekordtiefstand. Der Bericht bestätigt auch, dass dieser Rückgang weder auf konjunkturelle noch auf demografische Entwicklungen zurückgeführt werden kann.

Der Anteil der Unternehmen, die überhaupt noch ausbilden ist auf historisch schlechte 21,3 Prozent gerutscht. Vor diesem Hintergrund wirken die von Wirtschaftsseite vorgebrachten Rufe nach Fachkräften leider unglaubwürdig.

Das Hauptproblem ist das weiterhin viel zu große Übergangssystem. Hier muss endlich ein struktureller Wandel her, der Jugendlichen eine verbindliche und zuverlässige Ausbildungsperspektive garantiert. Die große Koalition spricht wolkig von einer „Ausbildungsgarantie“ – und kann auf mehrfache Nachfrage noch nicht einmal erklären, was sie damit meint.

Wir brauchen eine dritte Säule der beruflichen Bildung, in der vor allem kleine Unternehmen gemeinsam ausbilden können. Auf diese Weise können dann alle Jugendliche Bildungsschritte gehen, die sie tatsächlich zu einem Abschluss bringen.

Auch im vergangenen Jahr landeten über eine viertel Million Jugendliche im Überganssektor statt in einer Ausbildung. Es droht in Deutschland eine folgenreiche Spaltung der jungen Generation. Wir fordern von der Bundesregierung eine Politik, die die eigenen Berichte und Analysen endlich als Startschuss und Kompass für wirkliche Reformen versteht.

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