Pressemitteilung 02.12.2014

Bhopal: 30 Jahre nach der Katastrophe noch immer keine Gerechtigkeit für die Betroffenen

Zum 30. Jahrestag des Unglücks von Bhopal erklärt Omid Nouripour, Sprecher für Außenpolitik:

Wir erinnern uns an die Opfer eines der schlimmsten Chemieunglücke der Geschichte und an die Tausende von Menschen, die bis heute unter den Folgen leiden. Auch 30 Jahre nach der Katastrophe von Bhopal darf die internationale Gemeinschaft die Situation der Menschen vor Ort nicht außer Acht lassen: Einige Verantwortliche für die Katastrophe wurden bis heute nicht zur Rechenschaft gezogen und viele Betroffene haben noch immer keine ausreichende finanzielle Entschädigung erhalten. Zwar einigte man sich bereits 1989 auf Entschädigungszahlungen in Höhe von 470 Millionen Dollar, doch viele Opfer geben an, das Geld nie erhalten zu haben. Und, das Gelände auf dem sich das Werk der US-amerikanischen Firma Union Carbide befand, ist immer noch nicht vollständig von allen giftigen Überresten befreit.

Die Lehre aus dieser Katastrophe ist klar: Es darf nicht sein, dass Konzerne in Niedriglohnländern die geltenden Umwelt- und Sicherheitsstandards vernachlässigen. Hier braucht es bessere Kontroll- und Sanktionsmechanismen, insbesondere für transnational agierende Konzerne. Bereits lange vor der Katastrophe von Bophal hatte Union Carbide die giftigen Abfälle nicht rechtmäßig entsorgt. Chemikalien drangen ins Grundwasser und gefährliche Schwachstellen in der Anlage sollen zuvor bekannt gewesen sein. In der Nacht zum 3. Dezember 1984 war schließlich das hochgiftige Gas Methylisocyanat aus der Fabrik entwichen und führte noch in derselben Nacht zum Tod von tausenden Menschen in den umliegenden Slums. In den darauffolgenden Wochen starben über 20.000 Menschen, Hunderttausende erkrankten schwer. Bis heute leiden die Überlebenden unter den irreversiblen, chronischen Gesundheitsschäden.

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