Pressemitteilung 06.12.2014

Die CSU ist narrisch geworden: Deutschpflicht zu Hause

Volker Beck, innenpolitischer Sprecher, erklärt zum Integrationsleitantrag für den CSU-Parteitag:

Jetzt ist die CSU narrisch geworden: Migranten sollen zu Hause gefälligst deutsch sprechen, fordert die CSU in ihrem Leitantrag. Dazu möchte sie sie anhalten.

Was ich zu Hause spreche, geht die CSU einen feuchten Kehricht an. Die Forderung der CSU ist übergriffig, respektlos und reine Stimmungsmache. Wie will sie denn Menschen zu Hause dazu anhalten, deutsch zu sprechen? Welcher Blockwart soll denn das kontrollieren? Wie und worüber die Menschen in ihren vier Wänden reden, geht in einem freien Land weder den Staat noch eine Partei etwas an.

Das Pflegen der eigenen Sprache, Kultur und Religion und die Integration in ein Land, in das man geflohen oder eingewandert ist, ist kein Gegensatz. Wer die Auslöschung der kulturellen Identität von Einwanderern zum Ziel der Integration erklärt, schadet der Integrationspolitik.

In Deutschland schützen und fördern wir autochtone Minderheiten- und Regionalsprachen wie niederdeutsch, sorbisch, friesisch oder romanes. Warum sollten wir es mit Argwohn betrachten, wenn Einwanderer und Flüchtlinge ihre Herkunftssprache weiter pflegen?

Deutsch ist die Amts- und Verkehrssprache in unserem Land. Andere Sprachen zusätzlich zu beherrschen und zu pflegen, sollte als Bereicherung und Qualifikation wertgeschätzt und nicht abgewertet werden.

So viele Sprachen man spricht, so oft lebt man. Denn jede Sprache erschließt die Welt anders! Das geht aber wohl über den Verstand in der CSU-Zentrale hinaus.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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