Pressemitteilung 10.12.2014

Zahnloser Tiger lernt das Knurren

Zu Medienbeichten über ein Tierhaltungsverbot für den Schweineproduzenten Adrianus Straathof durch die Behörden in Sachsen-Anhalt erklärt Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik:

Es ist richtig und lange überfällig, einem Tierhalter wie Straathof die Genehmigung zur Tierhaltung zu entziehen. Zehntausende Schweine mussten viele Jahre leiden, bevor nun endlich zur Tat geschritten wurde. Es besteht die Hoffnung, dass dieses konsequente Durchgreifen den Tierschutz stärkt. Es muss klar sein, dass die Kontrolle der Tierschutzstandards kein zahnloser Tiger ist.

Hier müssen jetzt aber auch der Deutsche Bauernverband und die Union Position beziehen. Werden Unternehmen wie die von Straathof weiterhin verteidigt oder findet endlich ein Umdenken statt?

Die Tierschutzanforderungen für Nutztiere sind viel zu lasch. Doch wenn die Behörden nicht ermutigt und personell dazu befähigt werden, wenigstens diese Mindeststandards durchzusetzen, werden sich die Straathofs der Szene immer wieder auf Kosten der Tiere bereichern.

Die neusten Entwicklungen bieten aber auch Chancen für bäuerliche Betriebe. Nun ist Luft am Markt. Diese Chance gilt es wahr zu nehmen und die Rahmenbedingungen für kleine und mittlere Betriebe zu verbessern.

Die Durchsuchungsaktion im März 2014, die das Beweismaterial für das Verbot lieferte, lief filmreif mit zivilem Vorauskommando, 25 Einsatzwagen und über 60 Kontrollpersonen ab. Es muss auch deutlich betont werden, dass die Behörden ohne die Videoaufzeichnungen von Tierschützerinnen und Tierschützern aus dem Jahr 2013, die nationale Abscheu erzeugten, vielleicht nicht so zielgerichtet vorgegangen wären.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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