Pressemitteilung 27.02.2014

Ärztemangel: Diskussion geht am Thema vorbei

Anlässlich der Diskussion um den Ärztemangel erklärt Harald Terpe, Obmann im Ausschuss für Gesundheit:

Die Sau namens Ärztemangel wird seit Jahren durchs Dorf getrieben. Dabei hat Deutschland keineswegs generell zu wenig Ärztinnen und Ärzte. Deren Zahl ist allein seit dem Jahr 2000 um etwa 50.000 gestiegen. Klar ist aber, dass sie falsch verteilt sind. In manchen, vor allem ländlichen, aber auch sozial benachteiligten Regionen gibt es zu wenige Ärzte, in zahlreichen anderen Regionen gibt es jedoch zu viele. Und während die Zahl der Hausärzte allgemein sinkt, steigt die der Fachärzte weiter an. Die Unterversorgung kann nur behoben werden, wenn gleichzeitig die Überversorgung in vielen Regionen bekämpft wird. Wir hoffen, dass die neue Koalition hier tatkräftiger zu Werke geht als ihre schwarz-gelbe Vorgängerregierung. Zum Beispiel, indem sie durch das in Aussicht gestellte Versorgungsgesetz endlich eine wirksame Lösung für den Aufkauf von Praxen in überversorgten Regionen schafft.

Die eher einfach gestrickte Diskussion um den Ärztemangel geht auch etwas am Thema vorbei. Denn es fällt unter den Tisch, dass sich der Versorgungsbedarf der Patientinnen und Patienten wegen des demografischen Wandels ohnehin ändert. Statt wiederkehrender Diskussionen um einen angeblichen Ärztemangel brauchen wir deswegen in erster Linie Schritte zu besseren Versorgungsstrukturen für chronisch kranke und ältere Patientinnen und Patienten. Das erfordert eine andere Arbeitsteilung und bessere Zusammenarbeit zwischen den Gesundheitsberufen, eine Aufwertung der Hausarztmedizin, vor allem aber mehr qualifizierte Pflegekräfte.

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