Pressemitteilung 20.02.2014

Honig- und Wildbienen das Überleben sichern

Zu einer im Fachmagazin "Nature" veröffentlichten Studie über die Bedrohung von Wildbienen durch die direkte Übertragung von Krankheitserregern der Honigbiene über Blütenkontakt erklären Steffi Lemke, Sprecherin für Naturschutzpolitik, und Harald Ebner, Sprecher für Gentechnik- und Bioökonomiepolitik:

Die bedeutenden Ergebnisse der Forscher zeigen, dass Bedrohungen für Wildbienen bislang unterschätzt wurden und besser erforscht werden müssen. Wildbienen sind genau wie Honigbienen durch Krankheiten, Parasiten, Pestizide und Blütenmangel in der Landschaft geschwächt und an vielen Orten gefährdet. Optimale Bestäubungsleistungen und damit hohe landwirtschaftliche Erträge sind aber nur durch Honig- und Wildbienen zusammen erreichbar: 80 Prozent der Pflanzen sind auf die Bestäubungsleistung der Bienen angewiesen. Maßnahmen gegen das Bienensterben und für eine bienenfreundliche Landwirtschaft sind also weit über die Imkerei hinaus von gesamtgesellschaftlichem Interesse.

Wenn Deutschland den Bienenschutz ernst nimmt, dürfen nicht länger Ausnahmezulassungen für hoch bienengiftige Pestizide wie Fipronil erteilt werden, das in der EU sonst verboten ist. Auch der drohende Anbau von Gentech-Pflanzen wie dem giftigen Genmais 1507 birgt Risiken für Bienen, Schmetterlinge und andere Tiere.

Um auch in Zukunft sichere Ernten zu haben, brauchen wir einen wirksamen Pestizidreduktionsplan und die Förderung des biologischen Pflanzenschutzes, Pestizidfreiheit auf ökologischen Vorrangflächen, mehr Fruchtfolgen und Ackerblühstreifen und den konsequenten Schutz wertvoller Naturgebiete.

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