Pressemitteilung 12.02.2014

Internationale Verständigung durch Kultur und Bildung

Zum 17. Bericht der Bundesregierung zur Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik, erklärt Claudia Roth, Sprecherin für Auswärtige Kulturpolitik:

Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik leistet einen unermesslichen Beitrag zur internationalen Verständigung und ist daher ein nicht zu unterschätzendes Instrument internationaler Politik. Wenn im Verhältnis von Staaten gar nichts mehr geht, ist die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik oftmals die einzige Brücke, die noch begehbar ist.

Es klingt erfreulich, wenn Staatsministerin Maria Böhmer in ihrem Bericht eine kontinuierliche Unterstützung und Förderung von Bildung und Auswärtiger Kultur sowie des direkten Austauschs unterstreicht. Denn gerade aktuelle Krisenherde der Welt, wie Syrien, der Kongo oder Nordafrika werden in dem Bericht kaum berücksichtigt und sollten stärker in den Fokus Auswärtiger Kultur- und Bildungspolitik gestellt werden. So könnte der Austausch von und mit Studierenden, Akademikern und Künstlerinnen aus fragilen Staaten noch deutlich ausgebaut werden. In den Regionen, in denen Goethe-Institute ihre Arbeit aufgrund der politischen Lage einstellen mussten, sollte vermehrt über Alternativen nachgedacht werden. Wir erwarten, dass die Sicherung der finanziellen Ausstattung der Goethe-Institute für die Auswärtige Kulturpolitik dieser Bundesregierung höchste Priorität genießt. Auch mit den Mitteln der Sportförderung könnte gerade in den Flüchtlingszentren des Nahen Ostens vor allem bei Kindern neue Hoffnung, neue Perspektiven und das interkulturelle Verständnis gefördert werden.

2014 ist das deutsch-russische Jahr der Sprache und Literatur. Wir begrüßen, dass hierbei neben der aktiven Unterstützung von Sprachprogrammen auf beiden Seiten auch Jugendaustausch und die Debatten um Menschen- und Minderheitenrechte nicht in den Hintergrund treten sollen. Doch es geht am Ziel des kulturellen Austauschs völlig vorbei, wenn in erster Linie wirtschaftliche Netzwerke und Beziehungen in den Blick genommen werden, anstatt die Kultur der beiden Länder, jenseits ökonomischer Interessen und ihrer Verzweckung.

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