Pressemitteilung 28.01.2014

Aktionsplan "Seelische Gesundheit" muss auf die Tagesordnung

Anlässlich des Berichts der Bundespsychotherapeutenkammer über psychische Leiden als Grund von Frühverrentung erklärt Maria Klein-Schmeink, Sprecherin für Gesundheitspolitik:

Die vorgelegten Zahlen zeigen überdeutlich, wie groß das Versäumnis von Schwarz-Gelb in den vergangenen vier Jahren war. Fast jede zweite Erwerbsminderungsrente ist inzwischen psychisch verursacht, mit steigender Tendenz. Die überlangen Wartezeiten auf ein Erstgespräch belegen, dass immenser Handlungsbedarf besteht, um eine Chronifizierung einer psychischen Belastungsstörung erst gar nicht entstehen zu lassen.

Mit der Bedarfsplanung hatte Schwarz-Gelb in der vergangenen Wahlperiode keine tragfähige Lösung vorgelegt. So sind in einigen Regionen, zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen, nach wie vor zu wenig Psychotherapeuten zugelassen. Während die schwarz-gelbe Koalition diesen Bereich vollkommen verschlafen hat, lässt die Große Koalition immerhin erkennen, dass sie aktiv werden möchte.

Einzelne Initiativen werden aber nicht ausreichen. Das Gesundheitsministerium ist schlecht beraten, wenn es die Gesundheitsversorgung von Menschen mit psychischen Leiden weiterhin als Flickenteppich angeht und nur reaktiv an einzelnen Stellschrauben dreht. Ausschließlich auf Kurzzeittherapien zu setzen wird nicht ausreichen, schon gar nicht wenn es dabei vorrangig um kurzfristige Kostensenkungsinstrumente geht.

Wir brauchen endlich ein Gesamtkonzept für die Versorgung psychisch Kranker, einen umfassenden Aktionsplan "Seelische Gesundheit". Ambulante und stationäre Versorgung, Rehabilitation und psychosoziale Unterstützung müssen ortsnah besser verknüpft werden. Genauso fehlt eine Verzahnung mit Ansätzen der Prävention und des Arbeitsschutz.

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