Pressemitteilung 07.01.2014

BUND-Studie: Hormoneinsatz bei Turbosauen auf Kosten von Tier und Umwelt

Zur Veröffentlichung der Studie "Zum Einsatz von Hormonen in der intensiven Sauenhaltung" im Auftrag des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) erklärt Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik:

Die heute veröffentlichte Studie legt einmal mehr offen, dass in Agrarfabriken Tiere als reiner Produktionsfaktor statt als Lebewesen betrachtet werden – mit inakzeptablen Folgen:

Wir wollen keine Hormonbelastung im Trinkwasser und wir wollen keine Turbo-Ferkelzucht, bei der Tiere mit Medikamenten zu Höchstleistungen getrimmt werden und überzählige schwache Ferkel im Müll landen.

Der standardmäßige Einsatz von Hormonen zur Zyklussynchronisation und Geburtseinleitung wird durch arbeitswirtschaftliche Zwänge gerechtfertigt. Produktionsbedingte Hormongaben, die an gesunde Tiere verabreicht werden, haben keinen medizinischen Sinn und sind deshalb nichts anderes als Doping zur Leistungssteigerung. Solche Produktionsweisen degradieren Tiere zu Brutmaschinen und haben mit bäuerlicher Landwirtschaft zum Wohle der Allgemeinheit nichts zu tun. Noch gibt es viel zu wenige Untersuchungen zu den Auswirkungen von veterinärmedizinischen Hormonpräparaten in Gewässer und Böden. Agrarminister Friedrich ist hier in der Pflicht, die Verbraucher zu schützen und die Unbedenklichkeit des Trinkwassers und der Lebensmittel zu gewährleisten.

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