Pressemitteilung 27.01.2014

Erinnerung wach und lebendig halten!

Zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus erklären Katrin Göring-Eckardt und Anton Hofreiter, Fraktionsvorsitzende:

Der Massenmord an sechs Millionen Juden bleibt auch 69 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz ein unfassbares und singuläres Verbrechen. Die jüngsten Veröffentlichungen von privaten Aufzeichnungen Heinrich Himmlers belegen einmal mehr die Unmenschlichkeit und grenzenlose Brutalität des Nationalsozialismus. Der Gedenktag am 27. Januar soll uns immer wieder daran erinnern, wohin Rassenwahn und Nazi-Ideologie führen. Der Tag mahnt uns, jeden Tag im Jahr laut und deutlich das Wort zu erheben, wenn Minderheiten ausgegrenzt und diskriminiert werden. Die schrecklichen Morde des NSU haben gezeigt, dass Gedenktage alleine nicht ausreichen. Es gilt, Demokratie und Menschenrechte tagtäglich zu verteidigen und mit allen rechtsstaatlichen Mitteln gegen Rassismus und Antisemitismus vorzugehen. Neben der politischen Unterstützung der vielen zivilgesellschaftlichen Initiativen gehört dazu auch eine verantwortungsvolle und präzise Vermittlung des Themas Nationalsozialismus im Schulunterricht. Wenn jetzt Forscher des Leibniz-Institutes Ungenauigkeiten in deutschen Schulbüchern ausmachen, ist dies nicht zuletzt ein Auftrag zur immer neuen Befragung unserer Erinnerungskultur – und praxis. Nur so erstarrt das Gedenken nicht im Ritual. Schließlich ist es gerade in Zeiten, in denen immer weniger Zeitzeugen unter uns sind, wichtig, die Erinnerung wach und lebendig zu halten.

Ein Jahr vor der Befreiung von Auschwitz, am 27. Januar 1944, endete die Blockade Leningrads (heute Sankt Petersburg) durch die deutsche Wehrmacht. Die Blockade kostete über eine Million Zivilisten das Leben. Zur heutigen Gedenkstunde im Bundestag wird mit Daniil Alexandrowitsch Granin ein Überlebender der Blockade sprechen. Wir freuen uns, Herrn Granin im Deutschen Bundestag begrüßen zu dürfen.

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