Pressemitteilung 09.01.2014

Fleischatlas: Neue Zahlen, bekannter Irrsinn

Zur Veröffentlichung des Fleischatlasses von BUND, der Heinrich-Böll-Stiftung und Le Monde diplomatique erklären Nicole Maisch, Sprecherin für Verbraucher- und Tierschutzpolitik, und Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik:

Der aktuelle Fleischatlas zeigt einmal mehr die Probleme auf, die durch die exportorientierte, industrielle Fleischproduktion entstehen: Landgrabbing zur Futtermittelproduktion, Gesundheitsgefahren durch Hormon- und Antibiotikaeinsatz und millionenfaches Tierleid. Die Folgeschäden, die durch den hohen Fleischkonsum in den Industrieländern entstehen, können nicht länger ignoriert werden.

2014 wird das Jahr der Entscheidung für zahlreiche hart erkämpfte Lebensmittelstandards, die in der EU bestehen: Verlaufen die geheimen Verhandlungen zum Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA wie geplant, ist der Weg offen für gechlortes Hühnchenfleisch, Wachstumshormone im Fleisch und nicht gekennzeichnete gentechnisch veränderte Lebensmittel. Die Verbraucherinnen und Verbraucher hier lehnen das zu Recht ab. Wir wollen keinen Ausverkauf der Verbraucherrechte und der Ernährungssicherheit.

Anstatt der schädlichen Subventionierung von Massentierhaltung durch die Bundesregierung brauchen wir eine stärkere Förderung der regionalen nachhaltigen Landwirtschaft. Qualität statt Quantität beim Fleischkonsum nützt den Verbrauchern, den Tieren und dient der globalen Ernährungssicherheit.

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