Pressemitteilung 28.01.2014

Forschungsfinanzierung: Deutschland muss europäische Vorreiterrolle einnehmen

Zur heute beginnenden nationalen Auftaktveranstaltung des neuen EU-Rahmenprogramms für Forschung und Innovation „Horizont 2020“ erklärt Kai Gehring, Sprecher für Hochschule, Wissenschaft und Forschung:

Horizont 2020 bietet große Chancen zur Stärkung der europäischen Innovationskraft und zur Schaffung neuer Arbeitsplätze. Dazu bedarf es einer klaren Orientierung an den großen gesellschaftlichen, ökologischen und ökonomischen Zukunftsfragen und einer ambitionierteren gemeinsamen Finanzierung europäischer Forschungsaktivitäten. Deutschland ist in der Lage, eine Vorreiterrolle einzunehmen. Anstatt Stagnation brauchen wir ein neues ehrgeiziges Ziel – nämlich bis 2020 mindestens 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Forschung und Entwicklung zu investieren.

Sicherzustellen ist die Nutzung der Chancen von Forschung und Entwicklung gerade von wirtschaftlich schwächeren Mitgliedsstaaten. Hier muss es eine bessere Verknüpfung mit Mitteln der Strukturfonds geben. Auch muss Horizont 2020 tatsächlich so umgesetzt werden, dass die Antragsstellung auch für kleine und mittlere Unternehmen einfacher und praktikabler wird.

Die stärkere Ausrichtung des Rahmenprogramms auf die großen gesellschaftlichen Herausforderungen, insbesondere auf nachhaltige Technologien, ist zu begrüßen. Rohstoffforschung und Forschung für Energiespeichertechnologien sind auch für das Gelingen der Energiewende in Deutschland dringend notwendig. Eine echte Kehrtwende hin zur Nachhaltigkeit ist jedoch wieder an der alten Großindustrie-Denke gescheitert, der die EU noch immer nachhängt: neben Horizont 2020 immer noch jährlich über 200 Millionen Euro in das Fusionsforschungsprojekt ITER zu investieren, ist schlicht rückwärtsgewandt.

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