Pressemitteilung 14.01.2014

Kinderarmut – Versagen mit Ansage

Anlässlich der Präsentation der Umfrageergebnisse des Kinderhilfswerks zur Kinderarmut in Deutschland erklären Katja Dörner, stellvertretende Fraktionsvorsitzende, und Franziska Brantner, Sprecherin für Kinder- und Familienpolitik:

Die Bundesregierung hat ihr Versagen bei der Bekämpfung der Kinderarmut schon angekündigt: Kein Wort dazu findet sich im Koalitionsvertrag. Wenn in Deutschland 2,5 Millionen Kinder von Armut bedroht sind und 72 Prozent der Befragten meinen, die Politik widme sich dem Problem unzureichend, dann müssten bei der Bundesregierung die Alarmglocken läuten. Dennoch müssen Eltern und ihre Kinder auf längst überfällige Reformen warten.

Aus der Evaluation der familienbezogenen Leistungen müssen endlich Konsequenzen gezogen werden. Wir brauchen einen Fahrplan für eine Reform der Instrumente, damit diese viel stärker als bisher Kinder erreichen, die in Armut leben. Ziel muss sein, die Förderung auf die Kinder zu konzentrieren und sie nicht am Trauschein der Eltern festzumachen. Alle Kinder müssen dem Staat gleich viel wert sein. Auch eine Reform des Bildungs- und Teilhabepakets sowie eine wirksame Unterstützung für armutsgefährdete Alleinerziehende und ihre Kinder sind längst überfällig.

Der beste Schutz für Kinder und Familien bleibt die Schaffung guter und familienfreundlicher Arbeitsplätze sowie hochwertiger Bildungs- und Betreuungsmöglichkeiten. Wir können Kinderarmut nur verringern, wenn wir deutlich in die Bildungs- und Betreuungseinrichtungen investieren und wirksame Maßnahmen zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf auf den Weg bringen. Es mangelt nicht an Erkenntnissen, sondern an der Umsetzung. Ministerin Schwesig hat zwar als Löwin gut gebrüllt, muss aber nun aufpassen, nicht als Bettvorleger zu enden.

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