Pressemitteilung 13.01.2014

McKinsey-Studie: Junge Menschen fühlen sich bei Ausbildung falsch beraten

Anlässlich der Veröffentlichung der McKinsey-Studie zu den Schwächen des Ausbildungssystems erklärt Beate Walter-Rosenheimer, Sprecherin für Jugendpolitik und Ausbildung:

Gleich an mehreren Stellen knarzt es laut einer McKinsey-Studie im Gebälk des deutschen Ausbildungsmarktes. Die bedrohlichste Zahl der Studie sind die 64 Prozent aller jungen Menschen, die sich ‚falsch oder nur unzureichend‘ über ihre spätere Berufswahl informiert fühlen. Dies ist ein inakzeptabler Missstand. Das unentschlossene Sammelsurium an Angeboten der bisherigen Bundesregierung muss endlich durch eine umfassende und flächendeckende Strategie ersetzt werden. Es darf nicht länger dem Zufall überlassen bleiben, ob eine Schule eine intensive Berufsorientierung ab der 7. Klasse anbieten kann oder ob ihr das Geld dazu fehlt.

Als Voraussetzung hierfür ist endlich das Kooperationsverbot im Bildungsbereich aufzuheben. Dieses dient inzwischen nur noch als Ausrede für die Bundesregierung, um sich aus den nötigen Beratungsinvestitionen rauszuhalten.

McKinsey attestiert der deutschen Politik auch an mehreren anderen Stellen Handlungsbedarf. Auf diesen haben wir schon lange hingewiesen. Entsprechende Vorschläge zur Flexibilisierung und Modularisierung – ohne am erfolgreichen dualen Prinzip und den Berufsbildern zu rütteln – liegen auf dem Tisch. Bevor wir das System duale Ausbildung in Europa als Exportschlager verkaufen, sollten wir erst einmal selbst einige Renovierungsarbeiten leisten.

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