Pressemitteilung 10.07.2014

Antiziganismus wirksam bekämpfen statt nur darüber reden

Zur heutigen Vorstellung der Studie „Antiziganismus in der deutschen Öffentlichkeit“ erklären Volker Beck, Sprecher für Innenpolitik, und Tom Koenigs, Sprecher für Menschenrechtspolitik:

Wir müssen die vermeintliche Gesellschaftsfähigkeit antiziganistischer Vorurteile bekämpfen, statt weiter nur darüber zu reden. Die Studie zeigt, wie tief Rassismus gegenüber Sinti und Roma in unserer Gesellschaft verankert ist. Wir finden antiziganistische Vorurteile in allen Bereichen von Politik und Gesellschaft. Die Ausgrenzung zieht sich durch das wirtschaftliche, soziale und kulturelle Leben. Insbesondere die Benachteiligung in den Bereichen Wohnen, Bildung, Arbeit und Gesundheit bedürfen einer Gesamtstrategie. Zudem tragen auch bestimmte Formen der medialen Darstellung zu Ausgrenzung und Stigmatisierung bei. Die Ergebnisse sollten wir alle nutzen, auch eigene Äußerungen kritisch zu hinterfragen und rassistischer Berichterstattung zu widersprechen.

Wir fordern, dass ein externer Expertenkreis konkrete Handlungsempfehlungen für die Politik entwickelt, um Antiziganismus wirksam zu bekämpfen. In der Theorie haben wir mit diesem Vorgehen bereits beim Antisemitismusbericht positive Erfahren gemacht. Wenn die Vorschläge einmal auf dem Tisch liegen, muss die Große Koalition in der Praxis entscheiden, ob sie diese genauso wie beim Antisemitismusbericht kaum beachtet oder konkrete Vorschläge umsetzt.

Mit unseren Antrag „Antiziganismus erkennen und entschlossen bekämpfen“ (Drucksache 18/1967) fordern wir die Bundesregierung dazu auf, gegen antiziganistische Vorurteile in der Gesellschaft vorzugehen und sich für die Belange der Sinti und Roma einzusetzen.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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