Pressemitteilung 02.07.2014

Frauenquote kommt zu spät und ist unambitioniert

Zum heute vorgestellten Public Women-on-Board-Index (PWoB) erklärt Ulle Schauws, Sprecherin für Frauenpolitik:

Der aktuelle PWoB-Index zeigt wieder einmal deutlich: Freiwillige Vereinbarungen und Zielvorgaben führen zu keiner signifikanten Steigerung von Frauen in den Führungsetagen von Unternehmen. Das gilt auch für Unternehmen mit Beteiligung des Bundes, der Länder und Kommunen. Diese haben eine Vorbildfunktion für die private Wirtschaft. Gerade im öffentlichen Sektor sollte die grundgesetzlich verankerte Chancengleichheit für Frauen und Männer auch durchgesetzt werden.

Die Zeit ist reif für einen mutigen Schritt. Deshalb fordern wir eine 40 Prozent Quote für Aufsichtsräte börsennotierter oder mitbestimmungspflichtiger Unternehmen. Das betrifft circa 3500 Unternehmen. Zudem fordern wir eine Novellierung des Bundesgremienbesetzungesetzes. Damit wollen wir den vielen hochqualifizierten Frauen den Weg nach oben frei machen.

Die Bundesregierung will dagegen lediglich 101 Unternehmen zu einer Frauenquote von 30 Prozent für Aufsichtsräte bei Neu- und Nachbesetzungen ab 2016 verpflichten. Das ist eine viel zu geringe Zahl. Die von den Bundesministern Schwesig und Maas als großer Wurf angekündigte Quote entpuppt sich tatsächlich nur als Quötchen. Die überwiegende Zahl der Frauen wird wie bisher an die gläserne Decke stoßen. Damit ist die Bundesregierung wieder einmal vor der Wirtschaft eingeknickt.

 

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

 

4392319