Pressemitteilung 03.07.2014

Ganztagsschulen: Große Koalition hat kein Interesse an Chancengerechtigkeit

Anlässlich der heute vorgestellten Studie der Bertelsmann Stiftung zu Ganztagsschulen erklärt Özcan Mutlu, Sprecher für Bildungspolitik:

Jetzt bekommt es die Bildungsministerin wieder einmal schwarz auf weiß: Der Ausbau der Ganztagsschulen kommt nicht voran. Im Gegenteil: Es wird noch Jahrzehnte dauern, bis ausreichend Plätze an Ganztagsschulen vorhanden sind. Die Bertelsmann Stiftung bestätigt unsere Kritik. Ohne finanzielle Beteiligung des Bundes können die Länder den Ausbau der Ganztagsschulen alleine nicht stemmen. Deshalb muss das Kooperationsverbot gänzlich abgeschafft werden.

Wie viele Studien braucht es noch, bis die Regierung in Kooperation mit den Bundesländern endlich Chancengerechtigkeit in der Bildung herstellt? Wir brauchen flächendeckend Ganztagsschulen, damit echte Teilhabe, individuelle Förderung und Inklusion gelingen. Der erste Schritt ist die vollständige Aufhebung des Kooperationsverbotes – und das nicht nur für die Hochschulen.

Laut der Studie besuchen nur 32,3 Prozent der Schülerinnen und Schüler eine Ganztagsschule. 70 Prozent der Eltern wünschen sich allerdings einen Ganztagsplatz für ihr Kind. Konkret besteht eine Lücke von 2,8 Millionen Ganztagsplätzen. Diese Lücke gilt es jetzt dringend zu schließen und nicht erst in 20 Jahren.

Leider hat die Bundesregierung nicht aus dem rot-grünen Bundesprogramm "Zukunft Bildung und Betreuung" mit jährlich 175.000 entstandenen Ganztagsplätzen gelernt. Jetzt kommen durchschnittlich nur lediglich 104.000 Plätze jährlich dazu. Das ist eine klägliche und beschämende Bilanz.

Der Ausbau der Ganztagsschulen erfordert zusätzliche Mittel in Höhe von jährlich 1,7 Milliarden Euro für Lehrkräfte und pädagogisches Personal. Die Bundesregierung ist in der Pflicht, ihren großen Worten der ausgerufenen "Bildungsrepublik“ auch Taten folgen zu lassen.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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