Pressemitteilung 13.06.2014

Bildungsbericht 2014: Mehr Engagement der Bundesregierung nötig

Anlässlich der Vorstellung des „Nationalen Bildungsberichts 2014“ erklären Katja Dörner, stellvertretende Fraktionsvorsitzende, und Özcan Mutlu, Sprecher für Bildungspolitik:

Die Bundesregierung darf sich in der Bildungspolitik keinen schlanken Fuß machen. Der fünfte nationale Bildungsbericht macht deutlich, dass die Verbesserungen im Bildungsbereich zu langsam vorankommen. Weiterhin entscheidet die soziale Herkunft über den Bildungsverlauf und den Bildungsverfolg von Kindern und Jugendlichen. Das ist nicht akzeptabel. Wenn wir die Verbesserungen im Bildungsbereich nicht deutlich beschleunigen, werden wir erst in einigen Jahrzehnten im internationalen Vergleich aufgeholt haben. Die Bundesregierung muss deutlich mehr tun als von ihr geplant.

Die von der Bundesregierung vorgesehenen sechs Milliarden Euro in vier Jahren für Kita, Schule und Hochschule sind nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Der Bildungsbericht belegt erneut die große Bedeutung frühkindlicher Bildung. Gerade im Kita-Bereich besteht dringender Nachholbedarf. Es ist ein Armutszeugnis, dass der Bundesregierung die Zukunft der Kinder in den Kitas nur 650 Millionen Euro in vier Jahren wert ist.

Ein Ganztagsschulprogramm des Bundes wäre notwendig. Es ist nicht nachvollziehbar, dass das Kooperationsverbot nur im Wissenschaftsbereich abgeschafft werden soll. So werden auch künftig sinnvolle Investitionen in die Bildung durch den Bund verhindert. Bildung muss ganzheitlich von der Kita bis zur Uni gedacht werden. Deshalb brauchen wir ein Kooperationsgebot statt Kooperationsverbot.

Entscheidend für die Weiterentwicklung zu einem gerechteren und inklusiven Bildungssystem ist der Umgang mit Heterogenität. Erst wenn in unseren Schulen alle Kinder und Jugendliche gemäß ihrer Bedürfnissen und ihrer Fähigkeiten individuell gefördert und gefordert werden, kann von einem gerechteren und inklusiven Bildungssystem die Rede sein. Schulen müssen barrierefrei gestaltet, Unterricht und Schulentwicklung auf Inklusion und den Umgang mit Heterogenität hin ausgerichtet sein.

Nach wie vor gibt es kein gemeinsames bundesweites Leitbild für ein inklusives Bildungssystem. Die Bundesregierung muss endlich gemeinsam mit den Ländern einen langfristigen Entwicklungs- und Maßnahmenplan entwickeln, der die Weiterentwicklung unseres Bildungssystems zu einem inklusiven Bildungssystem zum Ziel hat.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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