Pressemitteilung 18.06.2014

Hartz-IV: Defizite beim Fördern, nicht beim Sanktionieren

Zu der vom DGB erstellten Studie über Suchterkrankungen und Schuldenproblemen von Arbeitsuchenden erklärt Brigitte Pothmer, Sprecherin für Arbeitsmarktpolitik:

Mit seiner Studie bringt der DGB die Diskussion um Hartz IV endlich wieder auf die richtige Spur. Es gibt nicht zu wenige Sanktionsmöglichkeiten in der Grundsicherung, sondern immer noch keine ausreichende Förderung der Arbeitsuchenden. Um ihnen den Weg in Arbeit zu ebnen, sind zunehmend individuelle und passgenaue Förderstrategien erforderlich. Dazu gehört auch die Berücksichtigung von Problemen jenseits fehlender beruflicher Qualifikationen, wie zum Beispiel Suchterkrankungen oder psychischer Beeinträchtigungen. Darauf weist die DGB-Studie deutlich hin, ebenso wie auf Mängel in der derzeitigen Praxis.

Für eine ganzheitliche und nachhaltige Integration von Arbeitsuchenden müssen endlich die richtigen Rahmenbedingungen gesetzt werden. Erforderlich sind mehr Qualifizierungen und Unterstützung für die Arbeitsuchenden sowie die ausreichende Ausstattung der Jobcenter mit Personal und Mitteln. Wichtig ist auch die Entbürokratisierung des Systems. Dazu müssen alle beteiligten Ebenen an einem Strang ziehen.

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