Pressemitteilung 11.06.2014

Schulbank statt Werkbank. Nein zu Kinderarbeit!

Zum morgigen Tag gegen Kinderarbeit erklären Uwe Kekeritz, Sprecher für Entwicklungspolitik, und Franziska Brantner, Sprecherin für Kinder- und Familienpolitik:

Weltweit müssen immer noch 168 Millionen Kinder arbeiten. Dieser Missstand ist nicht hinnehmbar! Kinder müssen ein Recht auf eine Kindheit haben. Anstatt in Steinbrüchen und Nähwerkstätten zu schaffen, sollen sie zur Schule gehen. Leider verhindert die Bundesregierung seit Jahren wichtige gesetzliche Regelungen, um die ausbeuterische Kinderarbeit zu bekämpfen.

Wir brauchen verbindliche sozial-ökologische Kriterien bei der öffentlichen Beschaffung, damit kein Marktplatz mehr mit Steinen aus Kinderarbeit gepflastert wird. Wir brauchen strenge Offenlegungspflichten für die globalen Lieferketten der transnationalen Unternehmen, damit Kinderarbeit keine Chance mehr hat und Arbeiterinnen und Arbeiter faire Löhne erhalten. Die Bundesregierung verpasst es, ein deutliches Signal im Kampf gegen ausbeuterische Kinderarbeit zu setzen und drückt sich auch weiterhin davor, verbindliche Regelungen auf den Weg zu bringen.

Gleichzeitig gehört die Ursache des Problems, die Bekämpfung der extremen Armut, ganz oben auf die politische Agenda. Minister Müller hat es aber verpasst, am Kabinettstisch für mehr globale Gerechtigkeit zu kämpfen. Der derzeitige Haushaltsentwurf brilliert mit Rechentricks statt mit zusätzlichen Geldern für die Armutsbekämpfung. Gerade im Bereich der sozialen Sicherung bleiben deutliche Bekenntnisse aus. Mit einer solchen Politik kann Kinderarbeit nicht ausreichend bekämpft werden.

Die Zahl der Kinder, die zur Arbeit gezwungen werden, ging in den letzten zwölf Jahren um fast ein Drittel zurück. Gerade für Mädchen, deren Anteil um 40 Prozent sank, konnte die Situation stark verbessert werden. Diese Fortschritte sind zwar gewaltig, aber reichen noch lange nicht aus. Denn jedes arbeitende Kind ist eines zu viel. Insbesondere in Asien und Afrika müssen Kinder immer noch Schwerstarbeit verrichten. Viele erleiden schwere körperliche und psychische Schäden. Kinderarbeit ist daher ein Thema, über das nicht länger nur geredet werden darf. Es müssen endlich Taten folgen.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

4392040