Pressemitteilung 12.03.2014

Bundesregierung gleichgültig gegenüber Hygienemängeln in der Putenschlachtung

Zum Bericht der Bundesregierung in der heutigen Sitzung des Ausschusses für Landwirtschaft und Ernährung zur aktuellen MRSA-Problematik erklärt Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik:

Der aktuelle Bericht zum Zoonose-Monitoring zeigt eklatante Hygienemängel beim Schlachten von Puten auf, durch die gefährliche Keime wie Salmonellen und MRSA verschleppt werden.

Wir fordern die Bundesregierung  auf, geeignete Maßnahmen zu ergreifen um die erforderliche Hygiene bei Putenschlachtungen zu gewährleisten und nicht die Gesundheit der Verbraucher gegen den Profiteifer der Großschlachthäuser einzutauschen.

Wir sind überzeugt, dass die Positionierung Deutschlands als Schlachthaus Europas mit unqualifizierten und unterqualifizierten Arbeiterkolonnen aus dem Ausland, mit enormen Schlachtzahlen pro Stunde und den damit verbundenen Geschwindigkeiten am Schlachtband nicht nur für Tierleid verantwortlich ist, sondern auch die Gesundheit der Konsumenten gefährdet.

Der Bericht zeigt, dass in den vergangenen Jahren in der Lebensmittelkette keine Verbesserungen erzielt wurden, ganz im Gegenteil: auf 68,6 Prozent der Putenschlachtkörper wurde MRSA nachgewiesen, was eine kontinuierliche Steigerung  seit 2009 bedeutet. Diese bedrohlichen Werte setzen sich in der Lebensmittelkette fort. Im Einzelhandel wurden 44,7 Prozent des Putenfleisches deutscher Herkunft positiv auf MRSA getestet, der Wert lag damit fast doppelt so hoch wie bei vergleichbarem Fleisch nichtdeutscher Herkunft mit 23,6 Prozent.

Salmonellen wurden bei 1,7 Prozent der Blinddarmproben von Puten gefunden, am Ende des Schlachtprozesses allerdings äußerlich auf über 13 Prozent der Puten. Angesprochen auf diese extreme Keimverschleppung verwies die Bundesregierung in der heutigen Sitzung des Agrarausschusses lediglich auf bestehenden Forschungsbedarf bei der Schlachttechnik.

4391079