Pressemitteilung 24.03.2014

Deutschland braucht eine Strategie für Tuberkulosebekämpfung

Anlässlich des Welt-Tuberkulose-Tags erklärt Kordula Schulz-Asche, Sprecherin für Prävention, Gesundheitswirtschaft und Bürgerschaftliches Engagement:

Wir fordern von der Bundesregierung eine kohärente Strategie zur Reduzierung der Tuberkulose – sowohl für die Forschung als auch in der Gesundheits-, Sozial- und Entwicklungspolitik. Diese ist leider bisher nicht zu erkennen. Weiteres Abwarten dient nur den multiresistenten Erregern.

Die Tuberkulose (TB) ist weltweit, aber auch in Deutschland nach wie vor in mehrfacher Hinsicht ein Problem. International und bei uns entwickeln sich immer mehr resistente Formen und die Forschung für neue Medikamente ist unzureichend. Auch in Deutschland mangelt es an einer ausreichenden Infrastruktur, um die am meisten betroffenen Personengruppen durch Prävention und Behandlung zu erreichen. Gefordert ist daher die Abstimmung mit internationalen Aktivitäten, aber auch eine nationale Strategie, um die Tuberkulose wirksam zu bekämpfen.

Zum Hintergrund:
Tuberkulose (TB) gilt in Deutschland fälschlicherweise als besiegt. Mit 4.220 Fällen im Jahr 2012 nimmt die Zahl der TB-Fälle nicht mehr ab und ist seit 4 Jahren konstant hoch. Besorgnis erregend ist dabei vor allem die steigende Rate der multiresistenten Tuberkulosebakterien.

Wie aus dem Tuberkulosebericht des Robert-Koch-Instituts deutlich wird, sind auch in Deutschland vor allem sozial benachteiligte Gruppen gefährdet. Somit bleibt diese Krankheit eine (sozial)medizinische, gesellschaftliche und globale Herausforderung.

Weltweit werden immer noch zu viele TB-Fälle nicht diagnostiziert oder nicht angemessen behandelt. Letzteres führt zur Ausbreitung der multiresistenten TB. Die Welt-Gesundheitsorganisation (WHO) sieht darin eine ernste Gefahr für die öffentliche Gesundheit, da die Behandlung der multiresistenten TB 10 bis 15 Mal teurer ist. Es fehlt schlicht an wirksamen, gut verträglichen Medikamenten. Umso erstaunlicher sind unter diesem Aspekt die weltweit sinkenden Forschungsausgaben zur Bekämpfung der TB.

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