Pressemitteilung 12.03.2014

Europas Souveränität durch konsequente Energiewende stärken

Zum Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel beim polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk und dessen Kritik an der deutschen Energiepolitik erklärt Jürgen Trittin MdB:

Kanzlerin Merkel muss die Kritik von Donald Tusk an der deutschen Energiewende zurückweisen. Denn der irrt gewaltig. Klimaschutz und der Ausbau Erneuerbarer Energien erhöhen die politische Souveränität Europas. Ein Europa, das über 75 Prozent seiner Energie importieren muss, ist abhängig von denen, die über Uran, Kohle und Gas verfügen. Das gilt für auch und gerade mit Blick auf Russland. Polens Kampf gegen die Energiewende verlängert die Abhängigkeit von Importen. Eine konsequente Energiewende sorgt für Wertschöpfung und Wachstum in Europa und erhöht seine politische Souveränität.

Wer wie die polnische Regierung auf Atomkraft und Kohle setzt, macht sich technologisch wie energetisch langfristig immer stärker von Importen abhängig. Gerade Polen mit einer Energieversorgung, die sich über die Hälfte allein auf Kohlekraftwerke stützt, sollte umsteuern.

Deshalb brauchen wir ambitionierte europäische Klimaschutzziele jenseits der jetzt vorgeschlagenen. Wer Abhängigkeiten mindern will, muss die Erneuerbaren mutig ausbauen - mit verpflichtenden Zielen auch für alle Mitgliedstaaten.

Kurz gesagt: Wir brauchen mehr Energiewende, keine Rolle rückwärts zu Kohle und russischem Uran.

Wer Deutschlands Anhängigkeit vom Gas mindern will, muss endlich ein anspruchsvolles Programm zur energetischen Gebäudesanierung haben. Doch hier blockiert Schäuble, beim Ausbau der Windenergie blockiert Seehofer und so fährt Superminister Gabriel die Energiewende gegen die Wand. Das ist kein Vorbild mehr für Europa.

4391075