Pressemitteilung 06.03.2014

Gesunde Ernährung für alle von Anfang an

Anlässlich des Tages der gesunden Ernährung erklärt Nicole Maisch, Sprecherin für Verbraucher und Tierschutzpolitik:

In Deutschland zählt Übergewicht zu den größten Krankheitsrisiken für Kinder, wie die Kindergesundheitsstudie KIGGS des Robert Koch-Instituts im Jahr 2006 festgestellt hat. 1,9 Millionen, also circa 15 Prozent der Kinder in Deutschland, bringen zu viele Kilos auf die Waage, 800.000 sind sogar krankhaft übergewichtig. Aktualisierte Ergebnisse erwarten wir im Sommer, aber alle bisherigen Erkenntnisse lassen nicht auf Besserung hoffen. Neben dem persönlichen Leiden verursacht die Fehlernährung und das Übergewicht zwei Drittel der Kosten im Gesundheitssystem, etwa 70 Milliarden Euro pro Jahr in Deutschland.

In den Griff werden wir das Problem nur bekommen, wenn unsere Kinder von Anfang an lernen, sich gesund zu ernähren. Tägliches Kita- und Schulessen sowie Ernährungsbildung sind wichtige Schlüssel, um die Wertschätzung für leckeres und gesundes Essen zu steigern, die Besonderheiten von regionalen, ökologisch erzeugten und saisonalen Produkten zu vermitteln.

Wir setzen uns für starke ernährungskompetente Kinder und Jugendliche ein, die sich weder von manipulativen Werbebotschaften noch von dünnen Models, die für ungesunde Schönheitsideale stehen, verführen lassen. Wir wollen dazu beitragen, dass sich Kinder selbstbestimmt in ihrem Körper wohlfühlen. Dafür wollen wir nicht nur Bund und Länder, sondern auch die Ernährungs-und Werbewirtschaft sowie Schulen in die gesellschaftliche Verantwortung nehmen.

Wir plädieren für einen ernährungspolitischen Kurswechsel. Unser Ziel ist eine ernährungspolitische Strategie, die wissenschaftlich belegt und gut funktionierende Maßnahmen zusammenführt.

Wir fordern die neue Bundesregierung auf, den flächendeckenden Ausbau der gesunden Kita- und Schulverpflegung zu fördern. Das muss über den Bau von Mensen und Küchen über Qualifizierungsmaßnahmen für Erzieher, Lehrer und Köche, bis hin zu Etablierung von Qualitätsstandards in der Gemeinschaftsverpflegung reichen. Begleitet werden muss dies durch eine unabhängige Ernährungsbildung und eine verständliche Kennzeichnung.

Das Querschnittsthema Ernährung darf nicht weiter vernachlässigt werden. Es muss als strategisch wichtiges Politikfeld mit Schnittmengen zur Bildungs-, Sozial- und Gesundheitspolitik gestaltet werden.

 

 

4391039