Pressemitteilung 20.03.2014

Merkel versagt beim Waldschutz

Zum Internationalen Tag des Waldes am 21. März erklären Steffi Lemke, Sprecherin für Naturschutzpolitik, und Harald Ebner, Sprecher für Bioökonomiepolitik:

Union und SPD verfehlen meilenweit das 2009 selbst gesetzte Ziel von fünf Prozent ungenutzter Waldfläche, zu dem sich Angela Merkel persönlich noch im Mai bekannt hat - nur zwei Prozent können sich bislang ohne Eingriffe natürlich entwickeln. Dabei spielen natürliche Wälder mit altem Baumbestand und Totholz eine Schlüsselrolle für den Arten- und Klimaschutz.

Wer glaubwürdig von anderen Ländern Anstrengungen beim Waldschutz verlangen will, darf beim Schutz des eigenen Naturerbes zuhause nicht versagen. Die Kanzlerin muss ihren Worten deshalb endlich konkrete Taten folgen lassen: Wir brauchen verbindliche ökologische Mindeststandards im Bundeswaldgesetz, das die Voraussetzungen für den Aufbau ökologisch stabiler Mischwälder schafft und nicht nachhaltige Praktiken wie übermäßige Holzeinschläge und bodenschädigenden Maschineneinsatz unterbindet.  Überfällig ist auch ein umfassendes Bund-Länder-Programm für natürliche Waldentwicklung mit konkreten Maßnahmen und Teilschritten. Energie- und Rohstoffeffizienz muss auch im Bereich Holz forciert werden, um die Wälder vom Nutzungsdruck zu entlasten.

Damit ökologische Waldwirtschaft und der Schutz artenreicher Wälder sich auch für private Waldbesitzer rechnet, müssen Bund und Länder Instrumente wie Vertragsnaturschutz, Ökokonten und Flächenpools ausbauen und mit mehr Mitteln ausstatten. Der Bund muss deutlich mehr als bisher ökologisch besonders schützenswerte Waldgebiete in seinem Besitz aus der Nutzung herausnehmen und darf solche Gebiete nicht mehr versilbern. Nur so können die völkerrechtlich  verbindlichen Ziele der nationalen Biodiversitätsstrategie erreicht werden.

Hintergrund

In Deutschland sind selbst die wenigen deutschen Buchenwälder mit altem Baumbestand durch Ausverkauf ihres Holzes vor allem nach China bedroht. Weltweit wird jedes Jahr eine Waldfläche so groß wie ganz Griechenland vernichtet. In manchen Ländern wird der Anteil des illegal eingeschlagenen Holzes auf 90 Prozent geschätzt. Bedroht sind vor allem artenreiche Regen- und Urwälder.

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