Pressemitteilung 04.03.2014

Neuer Niedriglohn-Report: Ausufernde Ausnahmen schaden dem Gesamtprojekt Mindestlohn

Zu dem Report zur Niedriglohnbeschäftigung 2012 in Deutschland des Instituts für Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen erklärt Brigitte Pothmer, Sprecherin für Arbeitsmarktpolitik:

Der aktuelle Niedriglohn-Report des Instituts für Arbeit und Qualifikation (IAQ) zeigt, dass Niedriglöhne in Deutschland nach wie vor an der Tagesordnung sind. Deswegen ist es allerhöchste Zeit für den Mindestlohn. Damit wird 6,6 Millionen Menschen  geholfen, die derzeit weniger als 8,50 Euro in der Stunde bezahlt bekommen. Vier Millionen Beschäftigte, die unter sieben Euro bekommen und teilweise sogar mit Stundenlöhnen von weniger als fünf Euro nach Hause geschickt werden, werden spürbar mehr Geld in der Tasche haben. Insbesondere Frauen profitieren vom Mindestlohn.

Die Expertise aus Duisburg ist aber auch eine ernste Mahnung an CDU und CSU: Die von ihnen geforderten ausufernden Ausnahmen vom Mindestlohn torpedieren das Gesamtprojekt. Ein durchlöcherter Mindestlohn lässt sich schlechter durchsetzen und kontrollieren. Dementsprechend groß wären die Anreize, Beschäftigten den Mindestlohn vorzuenthalten. Darüber hinaus würde ein unguter Wettbewerb zwischen Beschäftigten mit und ohne Mindestlohnanspruch in Gang gesetzt.

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