Pressemitteilung 15.05.2014

Baustelle Familienpolitik – Bundesregierung muss tätig werden

Anlässlich des Internationalen Tages der Familie erklärt Franziska Brantner, Sprecherin für Kinder- und Familienpolitik:

Familien brauchen Anerkennung, Geld, eine hochwertige Bildungs- und Betreuungsinfrastruktur, Freiräume – und sie brauchen vor allem eines: genügend Zeit füreinander. Heute bringen zwei Vollzeitjobs viele Eltern an den Rand des Machbaren. Der durchschnittliche Vollzeitarbeitsplatz ist immer noch definiert durch den Alleinverdiener, der auch spätabends noch gefordert wird. Hier brauchen wir dringend einen Wandel der Arbeitswelt und nicht nur eine Anpassung der Familien durch die Reduzierung ihrer Arbeitszeit und damit auch einem geringeren Familieneinkommen.

Darüber hinaus ist Kinderarmut eine zentrale Herausforderung in Deutschland: 2,5 Millionen Kinder sind von Armut bedroht. Besonders Kinder von Alleinerziehenden sind hiervon betroffen. Es besteht dringender Handlungsbedarf, im Koalitionsvertrag wird Kinderarmut jedoch mit keinem Wort erwähnt. Auch im Haushalt für 2014 findet sich nichts dergleichen. Eine Umgestaltung der Familienförderung ist erforderlich. Als erste Schritte muss der Kinderzuschlag erhöht und vereinfacht werden und Kinder müssen endlich ein eigenständiges Existenzminimum haben.

Wer Bildungsgerechtigkeit und Teilhabe für alle Kinder sichern will, muss Kinder früh fördern, ihnen aber auch dauerhaft Chancen geben. Investitionen in die Qualität der frühkindlichen Bildung sind dringend notwendig. Dafür müssen auch Bundesgelder in die Hand genommen werden.

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