Pressemitteilung 11.05.2014

Pflegekräfte wollen Taten statt nur warme Worte

Zum morgigen internationalen Tag der Pflegenden erklärt Elisabeth Scharfenberg, Sprecherin für Pflege- und Altenpolitik:

Gesundheitsminister Hermann Gröhe sollte blumiges Gerede gegenüber den Pflegekräften vermeiden und stattdessen Klartext reden. Er muss konkret darlegen, wie und wann er die zumeist inakzeptablen Arbeitsbedingungen von Pflegekräften verbessern und den zunehmenden Personalmangel angehen will.

Die geplante Pflegereform ist dafür wenig hilfreich. Die Einführung des neuen Pflegebegriffs ist wieder einmal verschoben worden. Dabei könnte er ein Ende machen mit der Minutenpflege, unter der die Pflegebedürftigen wie auch das Personal massiv zu leiden haben. Um die in der letzten Wahlperiode vereinbarte "Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive Altenpflege" ist es verdächtig still geworden. Und auch von der angekündigten Ausbildungsreform hört man zurzeit nichts.

Die im Koalitionsvertrag stehenden Maßnahmen müssen nun auch umgesetzt werden. So muss endlich eine dauerhafte Finanzierung für die Umschulung der Pflegeberufe gefunden werden. Die Altenpflegeausbildung muss überall kostenfrei werden. Es ist empörend, dass viele Menschen, die sich für diesen verantwortungsvollen Beruf entscheiden, auch noch für ihre Ausbildung zahlen müssen. Falsch hingegen wäre es, die drei Pflegeberufe zusammenzuführen. Die Pflege braucht auch weiterhin Spezialisierung.

Überdies müssen in Krankenhäusern, Pflegediensten und -einrichtungen verbindliche Instrumente zur Personalbemessung eingeführt werden, um etwa dem jahrelangen Personalabbau in Kliniken entgegen zu wirken. Dann brauchen Pflegekräfte endlich mehr Zeit für ihre eigentliche Arbeit. Dazu gehört, endlich den gescheiterten „Pflege-TÜV“ auszusetzen. Er schafft nicht mehr Qualität, sondern vor allem mehr Bürokratie.

Doch auch die Arbeitgeber sind gefordert. Trotz der zweifellos widrigen Rahmenbedingungen leisten viele Einrichtungen hierzulande eine hochwertige Pflege und beschäftigen ausreichend Pflegepersonal zu guten Arbeits- und Gehaltsbedingungen. Es gilt also auch, von solch guten Beispielen zu lernen.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

4391668