Pressemitteilung 03.11.2014

Mehr Kassenmarketing statt mehr Chancengerechtigkeit

Zum Referentenentwurf des Präventionsgesetzes erklärt Kordula Schulz-Asche, Sprecherin für Prävention und Gesundheitswirtschaft sowie bürgerschaftliches Engagement:

Gesundheitsverhalten lässt sich nicht verordnen, sondern nur mit den Menschen gemeinsam organisieren. Der Gesetzentwurf der Großen Koalition ist aber ein Sieg der Ärzteschaft und der Kassen auf Kosten der Förderung von Gesundheit in Kindergärten, Schulen, Pflegeheimen und Stadtteilen. Ausschlaggebend darf nicht sein, wo es die beste Kundschaft für die Kassen gibt, sondern wo die Gesundheit am besten gefördert und Krankheit am besten vermieden werden kann. Außerdem setzt die Große Koalition auch bei der Umsetzung weiter ausschließlich auf die Kassen, statt endlich die Länder, Kommunen und die Menschen vor Ort in die Planung und Umsetzung von Gesundheitsförderung mit einzubeziehen. Fatalerweise wird weiter auch der Kassenwettbewerb in den Lebenswelten des Bildungssystems, wie Kita und Schule, erlaubt.

Schwarz-Rot verpasst die Chance, mit diesem Präventionsgesetz einen echten Beitrag zum Abbau sozialer ungleicher Gesundheitschancen zu leisten und fördert damit die weitere soziale Spaltung unserer Gesellschaft. Heute ist in Deutschland die Lebenserwartung ärmerer Menschen rund zehn Jahre geringer als bei Wohlhabenden. Wer Gesundheitsförderung – in Kindergarten, Schule, sozial benachteiligten Stadtteilen – ernst nimmt, setzt auf alle Beteiligten und ihre gemeinsame Verbesserung dieser Lebenswelten.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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