Pressemitteilung 17.10.2014

Arbeitsmarkt: Menschen mit Migrationshintergrund besser unterstützen

Zu der heute vorgestellten IAB-Studie zur Arbeitsmarktsituation von Migranten erklärt Brigitte Pothmer, Sprecherin für Arbeitsmarktpolitik:

Die Studie zeigt, dass gute Deutschkenntnissen und die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse die Chancen von Migranten auf erfolgreiche Integration in den deutschen Arbeitsmarkt deutlich erhöhen. Und hier ist noch viel Luft nach oben. Die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse ist nach wie vor zu bürokratisch und zu teuer. Vor allem die Kosten für eventuell notwendige Nachqualifizierungen stellen viele Migranten vor unlösbare Probleme. Aus der Studie des IAB ergibt sich deshalb ein klarer Auftrag an die Bundesregierung: Die finanziellen und auch bürokratischen Hürden müssen dringend aus dem Weg geräumt werden. Außerdem müssen mehr berufsbezogene Sprachkurse angeboten werden.

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Die Jobcenter und Arbeitsagenturen spielen bei der Stellensuche von Migranten nur eine untergeordnete Rolle. Ein Indiz dafür, dass es auch hier noch viel Verbesserungsbedarf gibt. Auch anonymisierte Bewerbungsverfahren müssen häufiger eingesetzt werden. Denn sie erhöhen nachweislich die Chancen von Bewerbern mit Migrationshintergrund. Die Bundesregierung muss handeln. Denn mangelnde Unterstützung von Migranten am Arbeitsmarkt können wir uns nicht leisten – weder menschlich noch vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels und des demografischen Wandels.

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