Pressemitteilung 30.10.2014

Ausbildungsmarkt: Bundesregierung muss endlich handeln

Zu den aktuellen Ausbildungsmarktzahlen der Bundesagentur für Arbeit erklärt Beate Walter-Rosenheimer, Sprecherin für Jugendpolitik und Ausbildung:

Die Bilanz des aktuellen Ausbildungsjahres ist ernüchternd. Über 250 000 Jugendliche sind bislang bei der Arbeitsplatzsuche leer ausgegangen und landen im völlig unübersichtlichen Maßnahmendschungel des Übergangsbereichs. Die Bundesregierung muss endlich aufwachen und ihre Arbeit in der Ausbildungspolitik erledigen. Denn bislang ist die Große Koalition in der Ausbildungspolitik vor allem eines: eine Koalition der großen Versprechungen. Nach fast einem Jahr warten wir noch immer auf die angekündigte Allianz für Aus- und Weiterbildung und auch eine Ausbildungsgarantie scheint in weiter Ferne. Garantiert ist nur die Tatenlosigkeit der zuständigen Ministerien.

Hunderttausende enttäuschte Jugendliche brauchen keine wolkigen Absichtserklärungen. Sie brauchen tragfähige Brücken, die ihnen den schnellen und sicheren Übergang in eine gute Berufsausbildung garantieren. Ein sinnvoll strukturierter und anschlussfähiger Übergangssektor ist vor allem mit Blick auf die benachteiligten und lernschwächeren Jugendlichen besonders wichtig. Wer von Chancengleichheit in der Bildung spricht, der muss mehr tun, als an einzelnen Modellprojekten herumzuschrauben und Passungsprobleme „zu bedauern. Fachkräftemangel können wir nur verhindern, indem wir allen Jugendlichen etwas zutrauen und ihnen klare Zukunftsperspektiven aufzeigen.

Auch die Arbeitgeber stehen in der Verantwortung. Wer Fachkräfte möchte, der muss auch ordentlich ausbilden. Insbesondere die Qualität der Ausbildung spielt dabei eine große Rolle. Es ist schließlich kein Zufall, dass gerade jene Branchen die größten Schwierigkeiten bei der Nachwuchsrekrutierung haben, denen regelmäßig gravierende Verletzungen qualitativer Ausbildungsstandards bescheinigt werden.

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