Pressemitteilung 17.10.2014

Biodiversitätskonferenz: Richtige Weichen für den Artenschutz

Zum Abschluss der 12. Internationalen Biodiversitätskonferenz in Südkorea erklärt Steffi Lemke, Sprecherin für Naturschutzpolitik:

Die Aufnahme der Arktis als ökologisch und biologisch signifikantes Meeresgebiet ist ein Erfolg der Konferenz. Er muss aber rechtlich abgesichert werden. Denn ohne Verbindlichkeit wird die wirtschaftliche Ausbeutung der Arktis hemmungslos fortgesetzt. Die Selbstbedienung der Anrainerstaaten auf Kosten der ganzen Menschheit muss endlich beendet werden. Die Arktis hat eine überragende Bedeutung für den globalen Klimaschutz. In unser aller Interesse muss der Klimaschutz Vorrang vor kurzfristigen Profitinteressen haben.

Bei anderen Naturschutzzielen sind wir aber noch nicht weitergekommen. Hier ist der Nachdruck der Bundesregierung nötig. Regenwälder werden weiterhin in großem Ausmaß vernichtet, Verschmutzungen durch schädliche Stickstoffeinträge nehmen weiter zu und die Korallenriffe sind immer noch akut gefährdet. Mit Schutzgebieten allein wird der Stopp des Artensterbens nicht zu schaffen sein. Wir brauchen dringend und schnell eine andere Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft, um den Artenverlust zu stoppen.

Die Bundesregierung muss zu ihren Zusagen in Pyeongchang stehen und beweisen, dass ihr der Naturschutz auch in Deutschland wichtig ist. Die Umsetzung der nationalen Biodiversitätsstrategie stockt. Frau Hendricks darf sich nicht auf den wenigen erreichten Zielen ausruhen, sondern muss die vielen nicht erreichten Ziele anpacken und dafür auch tatsächlich, wie in Südkorea zugesagt, mehr Geld in die Hand nehmen. Will sie auch in Deutschland das Artensterben eindämmen, müsste die Reduzierung von Stickstoffen und Pestiziden in der Landwirtschaft ein vorrangiges Ziel werden. Wenn dies nicht in dieser Legislaturperiode gelingt, hat auch Frau Hendricks Mitverantwortung für das ungebremste Artensterben.

Für den Schutz unserer Tier- und Pflanzenwelt darf es nicht nur bei Lippenbekenntnissen bleiben. Die jetzt erzielten Fortschritte in den Vereinbarungen für mehr Naturschutz müssen endlich auch konsequent umgesetzt werden.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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