Pressemitteilung 09.10.2014

Bundesregierung vernachlässigt Versorgung psychisch kranker Menschen

Zum Tag der Seelischen Gesundheit erklärt Maria Klein-Schmeink, Sprecherin für Gesundheitspolitik:

Die Anzahl von Fehltagen und Frühverrentungen auf Grund einer psychischen Erkrankung steigt ständig. Die Bundesregierung ist trotzdem nicht gewillt, ein stimmiges Gesamtpaket zur Verbesserung von Prävention, Therapie und Rehabilitation vorzulegen. Sie agiert mit einem Flickenteppich von Einzelmaßnahmen, statt Menschen in psychischen Krisen frühzeitig Beratung, Hilfe und Therapie zukommen zu lassen. 

Sich allein auf die Reform der Finanzierung von psychiatrischen Krankenhäusern zu beschränken, zielt am drängenden Versorgungsbedarf, gerade für akute Krisensituationen und für nachstationäre Behandlung von psychisch schwer erkrankten Menschen, vorbei.

Die Versorgungsstruktur muss weiterentwickelt werden, hin zu einem personenzentrierten, gemeindenahen und Sektor übergreifenden Versorgungsangebot.

Wir brauchen mehr gemeindenahe ambulante Angebote wie Krisenhilfen, mehr integrierte Versorgungsangebote und genügend psychotherapeutische Plätze ohne lange Wartezeiten. Die Übergänge zwischen stationärer und ambulanter Versorgung müssen verbessert sowie die Zusammenarbeit zwischen Gesundheits- und Sozialberufen gestärkt werden.

Die Bundesregierung lässt bisher nicht erkennen, dass sie über eine Strategie verfügt, wie sie dem drängenden Versorgungsbedarf gerecht werden will. Die Beauftragung neuer Richtlinien für Kurzzeit- und Gruppentherapie sind zwar im Koalitionsvertrag vereinbart, werden aber allein die in vielen Regionen bestehende Unterversorgung nicht auflösen können. Schon gar nicht, wenn sie vorrangig als Einsparmaßnahme konzipiert werden.

Herr Minister Gröhe, stellen Sie endlich den Patienten in den Mittelpunkt!

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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