Pressemitteilung 08.10.2014

Bundeswaldinventur: Minister Schmidt unterschlägt Probleme

Zu den heute von Landwirtschaftsminister Schmidt präsentierten Ergebnissen der dritten Bundeswaldinventur erklärt Harald Ebner, MdB:

Der zuständige Waldminister preist den Zustand des deutschen Waldes – unterschlägt aber die drängenden Probleme. Denn konstante Waldfläche, die schiere Anzahl von Bäumen und zunehmende Holzmenge sind nicht alles. Es kommt nicht allein auf Quantität, sondern auf die Qualität des Waldes an.

Bisher werden erst 1,9 Prozent der Wälder dauerhaft forstwirtschaftlich nicht mehr genutzt – dieser Schutz geht viel zu langsam voran. Selbst die Bundesregierung hat sich mit der Biodiversitätsstrategie ein Ziel von 5 Prozent bis zum Jahr 2020 gesetzt – das wird mit der bisherigen Politik nicht gelingen. Dabei sind naturbelassene Waldflächen mit sehr altem Baumbestand, Alt- und Totholz unverzichtbar für das Überleben vieler seltener Tier- und Pflanzenarten. Die Bundesländer sollten als staatliche Waldeigentümer mit gutem Beispiel vorangehen und ihre Wälder nach dem Standard der Forest Stewardship Council (FSC) nachhaltig bewirtschaften. Fast alle Bundesländer mit Grünen Agrarministern machen das bereits oder haben mit der Zertifizierung begonnen.

Ein ökologischer Waldumbau, der sich an den natürlichen Waldgesellschaften orientiert, ist notwendig, um sich vor Herausforderungen des Klimawandels zu wappnen. Es ist bezeichnend, dass Minister Schmidt beispielsweise zum Problem des Eichenprozessionsspinners nichts anderes einfällt als ein Appell an die Pestizidhersteller, neue Zulassungen für ihre Insektengifte zu beantragen. Mit nachhaltiger Waldpolitik hat das nichts zu tun. Ein vielfältiger, naturnaher Mischwald wäre dagegen viel weniger anfällig für Schädlingsplagen und braucht keine Giftspritze.

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