Pressemitteilung 21.10.2014

Ebola: Merkel in der Pflicht

Zur Schaffung einer europäischen Koordinationsstelle für den Kampf gegen Ebola erklärt Uwe Kekeritz, Sprecher für Entwicklungspolitik:

Die Schaffung einer europäischen Koordinationsstelle ist richtig und wichtig. Sie muss nun schnell ihre Arbeit aufnehmen und die Soforthilfe und humanitäre Hilfe ausweiten. Kanzlerin Merkel darf jedoch nicht ihre Verantwortung an die europäische Ebene abgeben - im Kampf gegen Ebola muss sie endlich effektive nationale Hilfe auf den Weg bringen. Bislang scheitert nämlich die Koordinierung wirksamer Maßnahmen schon bei ihren beteiligten Ministerien. Dabei geht es um Stunden und Tage und nicht um Wochen und Monate. Es braucht schnelle finanzielle und logistische Hilfe um die Ausbreitung der Seuche zu stoppen. Gleichzeitig muss der Kampf gegen Ebola auch international koordiniert und eng mit den Regierungen vor Ort abgestimmt werden.

Auch die von Außenminister Steinmeier geforderte zivile, europäische Eingreiftruppe ist ein Schritt in die richtige Richtung. Der Vorschlag kommt jedoch mit monatelanger Verspätung. Deutschland kann und muss bei der Eindämmung der Ebola-Krise endlich mehr Verantwortung übernehmen. Das Krisenmanagement der Bundesregierung greift nach wie vor viel zu langsam!

Die betroffenen Staaten stehen kurz vor dem Kollaps. Die Epidemie bedroht das Gemeinwohl einer ganzen Region ist ein ernsthaften Risiko für Frieden und Stabilität auf dem afrikanischen Kontinent. Die Weltgemeinschaft hat den Aufbau von Gesundheitssystemen in Westafrika viel zu lange vernachlässigt. Das rächt sich jetzt. Jeder einzelne weitere Leichensack ist ein weiteres Symbol des Versagens der internationalen Gemeinschaft und Vorbote riesiger Entwicklungsrückschritte einer ganzen Region. Denn auch die Krise nach der Krise wird kommen! Die drohenden Wirtschafts- und Ernteausfälle werden das Leid der Menschen in den kommenden Monaten weiter verstärken.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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