Pressemitteilung 20.10.2014

Jesiden: Drohendes Massaker im Sindschargebirge abwenden

Zu Berichten über weitere Offensiven der ISIS gegen Jesiden im Sindschargebirge erklärt Omid Nouripour, Sprecher für Außenpolitik:

Im Sindschargebirge droht erneut ein Massaker an den Jesiden. Bereits in den letzten Wochen zeichnete sich die Eskalation ab: Viele Flüchtlinge kehrten in das Gebirge zurück, da die Situation in den Flüchtlingslagern sich zunehmend verschlechterte. Aber auch, um die religiöse Pilgerstätte der Jesiden, Sherfedin, zu beschützen. Zugleich besetzte ISIS die Zugangs- und damit auch Fluchtwege, die PYD-Kämpfer Anfang August freigekämpft hatten. 

Seit heute Vormittag mehren sich die Berichte über eine neue Offensive von ISIS, die um Kobane und weiter südlich im Irak zunehmend unter Druck geraten. Unter den Angegriffenen sind viele Frauen und Kinder. Die Terroristen greifen das Gebirge aus drei Richtungen an, bisher ohne von internationalen Luftangriffen daran gehindert zu werden. ISIS kann nur militärisch gestoppt werden. Die Gemeinden Duhola und Borik sind bereits von ISIS erobert wurden. Nun sind die über 7000 jesidischen Zivilsten und hunderte Kämpfer in das Gebirge geflohen, unter ihnen auch mindesten fünf deutsche Staatsbürger. Nur noch ein militärisches Eingreifen könne sie retten, sagen Vertreter des Zentralrats der Jesiden, und bitten um schnelle Hilfe in der akuten Notlage.

Die Weltgemeinschaft muss das drohende Massaker verhindern. Die Bundesregierung muss sich für eine zügige Sitzung des UN-Sicherheitsrates einsetzen und im Rahmen des Völkerrechts ihre Hilfe anbieten.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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