Pressemitteilung 14.10.2014

Regionalfenster: Statt Klarheit noch ein Label mehr

Zur Bilanz von Landwirtschaftsminister Schmidt zu einem Jahr Etiketten-Aktion „Regionalfenster“ erklärt Markus Tressel, Sprecher für ländliche Räume:

Eine einheitliche Kennzeichnung regionaler Produkte könnte einen Weg aus dem Dschungel der teils falschen Regional-Label weisen. Doch das freiwillige Regionalfenster mit seinen weichen Kriterien ist wieder nur eine Kennzeichnung unter vielen – und führt leider nicht zu mehr Klarheit bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern.

Wenn Minister Schmidt den Erfolg des Regionalfensters rein an der Anzahl der Produkte misst, die die Kennzeichnung tragen, vertauscht er Ursache und Wirkung. Tatsächlich kaufen immer mehr Menschen regional ein, weil sie die Umwelt schonen, auf heimische Qualität setzen und die regionale Wirtschaft unterstützen wollen. Untersuchungen, etwa im Rahmen des vom Landwirtschaftsministerium geförderten Projekts „Lebensmittelklarheit“ zeigen, dass Verbraucher ein großes Interesse an der Herkunft von Lebensmitteln haben und sich durch unklare Angaben zur Regionalität von Produkten getäuscht fühlen.

Dass die Größe einer Region einzig dadurch definiert ist, dass sie kleiner als Deutschland sein muss, ermöglicht es Filialen global agierender Großbetriebe sich mit dem Regionalfenster zu schmücken, auch wenn sie wenig zur regionalen Wertschöpfung beitragen. Zudem sagt das Regionalfenster nichts über die Umweltverträglichkeit oder die Produktionsart aus.

Außerdem können sich kleinere Betriebe, Regionalinitiativen oder Direktvermarkter die Kennzeichnung kaum leisten. Minister Schmidt sollte sich lieber dafür einsetzen, dass wir zu einer europaweit einheitlichen gesetzlichen Regelung der Regional-Kennzeichnung kommen.“

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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