Pressemitteilung 14.10.2014

Welternährungstag: Ernährungssouveränität muss zum politischen Leitbild werden

Zum Welternährungstag erklären Anton Hofreiter, Fraktionsvorsitzender, und Uwe Kekeritz, Sprecher für Entwicklungspolitik:

Die Situation der weltweit hungernden Menschen ist weiterhin dramatisch. Großindustrielle Agrarproduktion und Gentechnik schaffen mehr Probleme als sie Lösungen bieten können. Die Menschen, die hungern, brauchen vor Ort eine eigenständige, selbsttragende Landwirtschaft. Daher gehört die selbstbestimmte kleinbäuerliche Lebensmittelproduktion für die eigene Bevölkerung zurück auf die politische Agenda. Dieses Leitbild einer Ernährungssouveränität gehört in den Mittelpunkt einer globalen Agrarwende.

Solange die Industriestaaten ihre Agrarproduktion direkt oder indirekt täglich mit hunderten von Millionen Euro subventionieren, wird die Agrarproduktion der Entwicklungs- und Schwellenländer darunter leiden müssen. Damit untergraben wir massiv das Recht auf Nahrung und die Ernährungssouveränität vieler Länder des Südens.

Auch Bundesminister Müller und damit die deutsche Entwicklungszusammenarbeit setzt im Kampf gegen den weltweiten Hunger aufs falsche Pferd. Der Minister übt sich im Schulterschluss mit der Agrar-Lobby statt mit den Kleinbäuerinnen und Kleinbauern. Mit den vermeintlich prestigeträchtigen Projekten wie der G8-Initiative „New Alliance“ oder der „German Food Partnership“ vertraut die Bundesregierung lieber auf Unternehmen wie Syngenta, Bayer oder BASF statt auf die Menschen vor Ort. Wir brauchen aber keine neue Exportförderungsinitiative, sondern endlich eine eigenständige, selbsttragende Landwirtschaft vor Ort!

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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