Pressemitteilung 03.09.2014

Antiziganistische Vorurteile: eine Schande für Deutschland

Zu der Studie im Auftrag der Antidiskriminierungsstelle des Bundes „Bevölkerungseinstellungen gegenüber Sinti und Roma“ erklären Volker Beck, Sprecher für Innenpolitik, und Tom Koenigs, Sprecher für Menschenrechtspolitik:

Es ist eine Schande, dass rassistische Vorurteile fast siebzig Jahre nach dem Völkermord an Sinti und Roma weiterhin derart verbreitet sind. Es ist höchste Zeit, daran etwas zu ändern – in Politik und Verwaltung, in den Schulen und in den Medien. Wir müssen Entstehungsbedingungen und Erscheinungsformen des Antiziganismus systematisch untersuchen und Wissen über Sinti und Roma vermitteln. Damit sollte ein unabhängiger Expertenkreis aus WissenschaftlerInnen und PraktikerInnen beauftragt werden. Dafür setzen wir uns mit einem Antrag im Bundestag ein.

Rassistische Vorurteile gegenüber Sinti und Roma gefährden das friedliche Zusammenleben in unserer Gesellschaft. Gerade auf Seiten der Mehrheitsgesellschaft haben wir es mit einem Akzeptanzproblem zu tun. Gesundheitsversorgung, Sprachkurse, Teilhabe an den Arbeits- und Wohnungsmärkten, Aufnahme schulpflichtiger Kinder sind die Herausforderungen, die anzugehen sind. Die Bundesregierung muss die Integrationsangebote der Kommunen konsequent unterstützen. Der Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger ist dies bereits klar. Laut der Studie halten 91 Prozent der Bevölkerung Integrationsangebote für das geeignete Mittel zur Verbesserung des Zusammenlebens. Denn eins ist klar: Sinti und Roma sind ein Teil unserer Gesellschaft.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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