Pressemitteilung 03.09.2014

Ausbildungsplätze bleiben für viele Jugendliche unerreichbar

Zum Beginn des Ausbildungsjahres 2014/2015 und zur morgigen Vorstellung des DGB Ausbildungsreports 2014 erklärt Beate Walter-Rosenheimer, Sprecherin für Jugendpolitik und Ausbildung:

Bundesregierung und Arbeitgeber jonglieren mit Zahlen. Obwohl Ende August noch 120.000 Ausbildungsstellen offen waren, gibt es weiterhin mehr als 100.000 unversorgte Bewerber. Es geht nicht um eine rechnerische Lücke von 20.000 Ausbildungsplätzen, sondern um 100.000 enttäuschte Jugendliche und 120.000 frustrierte Betriebe. Es reicht nicht, wenn Bundesministerin Wanka seit ihrem Amtsantritt dieses Dilemma als „Passungsproblem“ beklagt. Die Bundesregierung muss beim Thema Ausbildung endlich liefern.

Auch die Arbeitgeber fordern stärkeres Engagement bei der Förderung benachteiligter Jugendlicher in der Ausbildung. Denn die Tatenlosigkeit der Bundesregierung bedroht die Zukunft vieler Betriebe.

Der erste Entwurf für Frau Wankas Haushaltsplan 2015 lässt für die berufliche Bildung Schlimmes erahnen. In Pressemitteilungen macht die Koalition der Öffentlichkeit weis, die berufliche Bildung sei Schwerpunkt ihrer Bildungspolitik. Schwarz auf Weiß stehen im Haushaltsentwurf nun völlig unverständliche Mittelkürzungen. Für einige Unionspolitiker scheint die Warnung vor angeblich zu vielen Akademikern schon ein in sich schlüssiges Konzept der Ausbildungspolitik darzustellen.

Die Bundesregierung hat kein Konzept. Auf die im Koalitionsvertrag angekündigte Allianz für Aus- und Weiterbildung warten wir noch immer. Besonders ernüchternd: Das Ausbildungsjahr startet nun eben doch ohne die so vollmundig versprochene Ausbildungsgarantie. Frau Wanka muss sich fragen lassen, wer bei der beruflichen Bildung in dieser Regierung das Heft in der Hand hat – unsere Nachfragen zur Allianz für Aus- und Weiterbildung werden inzwischen nur noch vom Wirtschaftsministerium beantwortet.

Wir fordern eine garantierte Zusage für einen anerkannten Ausbildungsweg für alle Jugendlichen. Es fehlen zielführende Angebote, die die Anforderungen von Unternehmen und Jugendlichen besser aufeinander abstimmen.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

4392742