Pressemitteilung 03.09.2014

Ebola-Krise: EU-Mitgliedsstaaten müssen mehr Verantwortung übernehmen

Anlässlich der Erklärung von Ärzte ohne Grenzen gegenüber den Vereinten Nationen erklären Uwe Kekeritz, Sprecher für Entwicklungspolitik, und Maria Heubuch, Mitglied der Fraktion die GRÜNEN/EFA im Europäischen Parlaments im für humanitäre Hilfe zuständigen Ausschuss für Entwicklungspolitik:

Die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union und insbesondere Deutschland, müssen mehr Verantwortung bei der Eindämmung der Ebola-Krise übernehmen. Westafrika und Nigeria brauchen Expertenteams, die Isolierstationen und Feldlazarette aufbauen und betreuen und vor Ort mobile Labors einrichten.

Die Mitgliedsstaaten haben zu lange gezögert und es verpasst, umfassende Maßnahmen auf den Weg zu bringen, um die Epidemie zu bekämpfen.

Es braucht eine Luftbrücke in die betroffenen Gebiete, um medizinisches Personal und Ausrüstung einfliegen und im Notfall auch schnell evakuieren zu können. Die EU-Mitgliedsstaaten müssen das Thema dringend auf die Agenda des Rates setzen und ihre Anstrengungen intensivieren und koordinieren. Seit sechs Monaten sind wir in Westafrika mit einem der schlimmsten Ausbrüche von Ebola konfrontiert. Die Staaten Liberia, Sierra-Leone und Guinea sind akut bedroht, in vielen Regionen sind die Krankenhäuser aus Angst vor der Seuche geschlossen.

Die westafrikanischen Staaten und die bereits vor Ort tätige Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen sind am Rande ihrer Kapazitäten angekommen und werden von der internationalen Staatengemeinschaft im Stich gelassen. Die Bundesregierungen und die anderen EU-Mitgliedsstaaten müssen jetzt handeln, sonst wird Ebola bald in weitere Regionen überspringen und die humanitäre Krise ausweiten.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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