Pressemitteilung 10.09.2014

Gleichberechtigung: Mehr Geld für die Vereinten Nationen

Zur heutigen Vorstellung des Weltentwicklungsberichtes der Weltbank mit dem Titel „Voice and Agency: Empowering women and girls for shared prosperity“ erklären Claudia Roth, Sprecherin für Auswärtige Kulturpolitik, und Ulle Schauws, Sprecherin für Frauenpolitik:

Der Weltentwicklungsbericht belegt, dass mangelnde Rechte, schlechter Zugang zu Ressourcen und fehlende politische Partizipation von Frauen die Wege zu einer gerechten Gesellschaft blockieren und Entwicklung aufhalten. Ungleichheit betrifft vor allem Frauen– überall auf der Welt. Gewalt gegen Frauen ist alltäglich und Armut ist meist weiblich. Aber auch der Motor für soziale, kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung ist weiblich.

Wir begrüßen die Forderung der Weltbank nach Strategien, die darauf abzielen, Frauen mehr Mitspracherechte zu geben und ihre Handlungsspielräume zu erweitern. Eine menschenrechtsbasierte und nachhaltige Entwicklung soll bestehen, hier und weltweit. Dies kann nur durch gut koordinierte Anstrengungen der internationalen Gemeinschaft gelingen.

Die Bundesregierung gibt nach wie vor viel zu wenig Geld für die ohnehin unterfinanzierten UN-Organisationen in diesem Bereich aus. Wir fordern in den aktuellen Haushaltsberatungen die Mittel für UN Women massiv zu erhöhen, um damit die Situation von Frauen weltweit zu verbessern und einen Pfad zu mehr Gerechtigkeit und Entwicklung einzuschlagen.

Obwohl Frauen 66 Prozent der weltweiten Arbeit leisten und 50 Prozent der Nahrungsmittel produzieren, besitzen sie nur zehn Prozent des weltweiten Einkommens und verfügen über lediglich ein Prozent des globalen Zugangs zu Ressourcen, zu Land und Krediten. Die Entführung von über 200 jungen Frauen und Mädchen in Nigeria, das Attentat auf die Schülerin Malala in Pakistan oder die brutale Vergewaltigung und Ermordung einer jungen Frau in Indien schaffen es hier und da in die Schlagzeilen der Weltöffentlichkeit. Doch viel zu oft folgt nichts auf den medialen Aufschrei. Viel zu wenig werden die strukturellen Ursachen von Armut und Gewalt, die Machtunterschiede und Dominanzverhältnisse thematisiert.

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