Pressemitteilung 10.09.2014

Jahrestag Fabrikbrand Pakistan - verbindliche Regeln jetzt

Zum Jahrestag der Brandkatastrophe in der Ali-Textilfabrik in Pakistan erklärt Uwe Kekeritz, Sprecher für Entwicklungspolitik:

Es ist ein Skandal: Zwei Jahre nach dem Fabrikbrand in Pakistan warten die Opfer und ihre Familien immer noch auf Entschädigung. Gleichzeitig leiden die Menschen weiter unter den Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie.

Die Modekette KiK etwa verschleppt seit Jahren die Kompensationszahlungen. Trotz Milliarden-Umsätzen lässt das Unternehmen die Opfer der Katastrophe im Stich.

Die Brandkatastrophe machte eines deutlich: Unternehmen müssen Verantwortung für Ihre Lieferketten übernehmen. Notwendig sind verbindliche soziale, ökologische und menschenrechtliche Standards für die gesamte Wertschöpfungskette. Hier muss die Bundesregierung endlich handeln. Statt sich in Debatten über ein Textilsiegel zu verlieren, muss sie endlich gesetzliche Maßnahmen ergreifen, um den Menschen in den Produktionsländern faire Arbeitsbedingungen zu ermöglichen. Die Tragödien der letzten Jahre zeigen: Das Gewinnstreben der Unternehmen ist stärker als ihr Verantwortungsbewusstsein. Faire Löhne und sichere Arbeitsbedingungen werden als Wettbewerbsnachteil begriffen. Schutz und Entlohnung der Näherinnen und Näher muss gesetzlich geregelt werden. Anders lässt sich das Leid der Menschen in den Produktionsländern nicht lindern.

Hintergrund: Am 11. September 2012 kamen bei einem Fabrikbrand in Karatschi 254 Menschen ums Leben, 55 wurden verletzt. Der Brand war das größte Industrieunglück Pakistans und traumatisiert das Land bis heute.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

4392817