Pressemitteilung 17.09.2014

Schmidts Tierwohlinitiative ist grüne Schönfärberei

Zur heute vorgestellten Tierwohl-Offensive von Landwirtschaftsminister Schmidt erklären Nicole Maisch, Sprecherin für Tierschutz, und Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik:

Tiere in Deutschland brauchen verbindlichen Schutz statt warmer Worte. Doch was der Minister Schmidt heute verkündete, ist keine energische Initiative für mehr Tierschutz. Dass Schmidts Tierwohlinitiative den ur-grünen Titel „Eine Frage der Haltung“ trägt, ist reine Schönfärberei.

Schmidt versucht lediglich die Gemüter der Konsumentinnen und Konsumenten zu beruhigen. Denn aufgrund zahlreicher Tierschutz-Skandale empfinden sie ein wachsendes Unbehagen beim Konsum tierischer Produkte.

Dass freiwillige Selbstverpflichtungen nicht das Papier wert sind, auf dem sie gedruckt sind, wissen wir seit den wirkungslosen Verpflichtungen der Puten-Industrie. Hundert Millionen Küken werden wegen Schmidts Hinhaltetaktik bis 2017 bei vollem Bewusstsein im Schredder verenden. Sich da jetzt als großer Tierschützer zu feiern, ist absurd.

Außerdem muss Schmidt die Erforschung und Anwendung moderner Forschungsverfahren – ohne Mäuse, Hunde oder Affen – stärken und grausame Tierversuche ohne Erkenntnisgewinn stoppen.

Wenn die Union so wertkonservativ ist, wie sie es bei jeder Gelegenheit behauptet, und wenn Schmidt nur zehn Prozent seiner Tierschutz-Beteuerungen ernst meint, dann muss er jetzt handeln. Er darf sich nicht die nächsten zwei Jahre hinter wohlklingenden Willensbekundungen verstecken.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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