Pressemitteilung 16.09.2014

Welternährungsbericht: Anstrengungen im Kampf gegen den Hunger verstärken

Zur Veröffentlichung des Welternährungsberichts der FAO erklärt Uwe Kekeritz, Sprecher für Entwicklungspolitik:

Es ist ein Skandal, dass in unserer heutigen Zeit immer noch 805 Millionen Menschen hungern. Der Kampf gegen den Hunger ist noch lange nicht gewonnen. Auch wenn die Zahl der chronisch Unterernährten gesunken ist, hungert nach wie vor jeder neunte Mensch. Die zarten Erfolge in der Hungerbekämpfungen zeigen, dass wir unsere Anstrengungen verstärken müssen.

Gleichzeitig darf die Zahl der chronisch Hungernden nicht darüber hinweg täuschen, dass über zwei Milliarden Menschen am sogenannten verborgenen Hunger leiden. Diese chronische Mangelversorgung mit lebenswichtigen Mikronährstoffen führt insbesondere bei Kindern zu lebenslangen geistigen und körperlichen Einschränkungen.

Die Vereinten Nationen haben 2014 zum Jahr der bäuerlichen Landwirtschaft erklärt. Der Schlüssel in der Hungerbekämpfung liegt in einer bäuerlichen und ökologischen Landwirtschaft und nicht in einer pestizid-intensiven industriellen Agrarwirtschaft. Gleichzeitig muss die Ernährungssouveränität zum politischen Leitmotiv werden. Armen Ländern muss dazu das Recht eingeräumt werden, sich vor Lebensmittelimporten zu schützen. Denn die Entwicklungsländer stehen oftmals konkurrenzlos den subventionierten Agrarprodukten der Industrienationen gegenüber.

Die Bundesregierung muss ein deutliches Zeichen setzen, dass sie es ernst meint mit ihrem Versprechen, den Kampf gegen den Hunger zu priorisieren. Dazu gehört es auch, endlich den Weltagrarbericht von 2008 anzuerkennen und diesen umzusetzen.

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