Pressemitteilung 19.09.2014

„Wissenschaftlichen“ Walfang endlich beenden

Zu den Ergebnissen der 65. Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) erklären Steffi Lemke, Sprecherin für Naturschutzpolitik, und Nicole Maisch, Sprecherin für Tierschutzpolitik:

Der Kommission sind wichtige Schritte vorwärts gelungen – das endgültige Ende für den wissenschaftlichen Walfang steht aber noch aus. Die IWC sollte sich auf ein Urteil des internationalen Gerichtshofes in Den Haag stützen. Bereits im März dieses Jahres gab es dort eine bahnbrechende Entscheidung für den Schutz der Wale in der Antarktis. Es wurde festgestellt, dass der japanische Walfang nicht aus wissenschaftlichen Gründen, wie von Japan stets beteuert, sondern rein von ökonomischen Interessen zur Vermarktung des kostbaren Walfleisches gelenkt ist. Damit hatte es Japan schwarz auf weiß, mit seiner umstrittenen Waljagd in den Schutzgebieten der Antarktis gegen das internationale Walfangverbot verstoßen zu haben.

Japan fängt die Wale unter der vorgeschobenen Begründung der Wissenschaft. Es ist aber kein wissenschaftlicher Walfang, sondern eine Hintertür im Walfangmoratorium der IWC, die es zu schließen gilt. Wir bedauern sehr, dass es auch diesmal nicht gelungen ist, diese Hintertür im Namen der Wissenschaft endgültig zu schließen. Zwar muss Japan seine Walfangpläne vom Wissenschaftsgremium der IWC prüfen lassen, rechtlich bindend ist das jedoch nicht.

Im Rahmen der Jahrestagung wurde der Walfang in Japan und erstmals auch mit besonderer Deutlichkeit in Island scharf verurteilt. Dies ist ein Fortschritt in Richtung eines verbesserten Walschutzes. Dennoch darf Japan weiterhin im Nordpazifik fangen und auch Island und Norwegen werden ihren kommerziellen Walfang nicht einstellen. Um den Walfang in Japan, Island und Norwegen zu stoppen, benötigt es mehr mutige Regierungen, die sich nicht scheuen auch vor Institutionen wie dem Internationalen Gerichtshof zu ziehen und den Walschutz hoch auf ihre politische Agenda setzen.

Deutschland muss zum Beispiel sich vehement dafür einsetzen, dass Walfleischtransporte durch deutsche und europäische Häfen der Riegel vorgeschoben wird. Zuletzt wurde im Januar und Februar dieses Jahres Walfleisch auf dem Weg von Island nach Japan im Hamburger Hafen umgeladen. Das muss ein Ende haben.

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