Pressemitteilung 15.04.2015

Berufsbildungsbericht 2015: Wankas Zahlenmystik

Zur Verabschiedung des Berufsbildungsberichts 2015 im Bundeskabinett erklärt Beate Walter-Rosenheimer, Sprecherin für Jugendpolitik und Ausbildung:

Bildungsministerin Johanna Wanka sollte ihren eigenen Bericht besser lesen, bevor sie ihn der Öffentlichkeit vorstellt. Es ist kaum zu glauben, dass sie ernsthaft verkündet, es gebe in der beruflichen Bildung heute mehr unbesetzte Plätze als unversorgte Bewerber. In dem Bericht steht schwarz auf weiß: 256 100 junge Menschen hätten im Jahr 2014 gerne eine Ausbildung begonnen, landeten stattdessen aber in einer der zahllosen und kaum anschlussfähigen Maßnahmen des Übergangssektors. Wer diese jungen Menschen weiterhin als „versorgt“ bezeichnet, handelt verantwortungslos.

Wenn die Bundesregierung wirklich etwas gegen den drohenden Fachkräftemangel unternehmen will, muss sie endlich allen Jugendlichen echte Chancen auf eine Ausbildung garantieren. Wer heute junge Menschen ignoriert und ihre Potenziale vergeudet, darf morgen auch nicht über fehlende Fachkräfte lamentieren.

Trotz guter Konjunktur ist die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge mit rund 522 000 erneut auf ein historisches Tief gesunken. Nur 20,7 Prozent aller Unternehmen bilden überhaupt noch aus. Es ist unredlich, diese strukturellen Probleme allein auf den demografischen Wandel und eine gestiegene Studierneigung zurückzuführen.

Die Bundesregierung muss den anhaltenden Negativtrend auf dem Ausbildungsmarkt jetzt stoppen, damit die berufliche Ausbildung auch für Jugendliche ohne Schulabschluss und erst recht für Jugendliche mit Hauptschulabschluss wieder zur Eintrittskarte in ein selbstständiges Leben wird.

Deutschland braucht dafür dringend eine Ausbildungsgarantie. Der Berufsbildungsbericht zeigt, dass Ausbildungssuchende und Unternehmen immer seltener zusammenfinden. Jugendliche und Betriebe brauchen deshalb mehr Unterstützung während der Ausbildung. Die "Assistierte Ausbildung" ist dabei ein geeignetes Instrument. Das Angebot muss in den kommenden Jahren deutlich ausgebaut werden.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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